Griezmann packt seine taschen: atléticos rekordjäger zieht es nach orlando
Antoine Griezmann hat entschieden. Nach zehn Jahren, 488 Spielen und 211 Toren verlässt Frankreichs Weltmeister von 2018 Atlético Madrid Richtung MLS. Orlando City sicherte sich die Dienste des 35-Jährigen bis 2028 plus Option – und damit einen der letzten europäischen Superstars, der den Sprung über den Atlantik wagt.
Der abschied war nur noch formsache
Die Gerüchte kochten seit Wochen. Griezmann selbst beteuerte, die Saison in Madrid zuende spielen zu wollen, doch hinter den Kulissen lief schon längst alles auf diesen Deal hinaus. Während Atlético die zweitägige Länderspielpause nutzte, flog der Stürmer mit Klub-Erlaubnis nach Florida, unterschrieb und postierte sich anschließend kehrt zur Mannschaft zurück. Die Madrilenen bestätigten den Transfer am Dienstag nachmittag, Orlando City jubelte sofort auf allen Kanälen.
Für den Rekordtorschützen des Klubs ist es das Ende einer Ära, die 2014 begann, als er für 30 Millionen Euro aus Sociedad kam. Seitdem schraubte er den Torrekord von Luis Aragonés (173) auf 211 Treffer nach oben, holte 2018 die Europa League und wurde zur Identifikationsfigur der Rojiblancos. Jetzt will er in den USA noch einmal neu anfangen – und vermutlich auch ein letztes großes Gehalt einstreichen.

Atlético verliert mehr als nur tore
Die sportliche Lage bei den Madrilenern ist alles andere als entspannt. Die Mannschaft liegt in LaLiga nur auf Rang vier, muss im Viertelfinale der Champions League gegen Barcelona mit Hansi Flick und steht am 18. April im Copa-del-Rey-Finale gegen Real Sociedad. Griezmanns Erfahrung in diesen K.o.-Partien war einkalkuliert, nun muss Diego Simeone auf seine Leitfigur verzichten.
Doch der Trainer hat keine Wahl. Der Spieler wollte weg, der Klub wollte nicht im Weg stehen. Orlando City wiederum bekommt einen Marketing-Coup ersten Ranges: Griezmanns Name allein wird Tickets und TV-Zahlen nach oben treiben, seine Torgefahr könnte die Franchise endgültig zu einem ernsthaften Play-off-Kandidaten machen.
Die Ablöse blieb ungenannt, Experten schätzen sie auf einen nieden einstelligen Millionenbetrag – ein Schnäppchen für die MLS, ein Schlag ins Wasser für Atlético. Denn Griezmanns Lauf in Madrid war nicht nur erfolgreich, sondern auch emotional. Die Fans werden ihn vermissen, die Vereinslegende fehlt fortan im Kader – und ein Nachfolger ist nicht in Sicht.
Der Countdown läuft: Noch maximal 13 Pflichtspiele bleiben, um sich in Madrid mit einem Titel zu verabschieden. Dann beginnt in Orlando ein neues Kapitel – und Griezmann trägt plötzlich Violet statt Rot-Weiß.
