Granollers raubt torrelavega die punkte in einem herzschlagfinale
Fünf Minuten vor dem Abpfiff stand es 30:31. Die 2.300 Zuschauer im Pabellón Vicente Trueba hielten den Atem an. Und dann passierte genau das, was Bathco BM Torrelavega in dieser Saison schon zu oft passiert ist: Der entscheidende Moment gehörte dem Gegner. Fraikin BM Granollers gewann das Duell der 22. Asobal-Runde mit 35:33 und reiste mit beiden Punkten aus dem Kantabrischen zurück nach Katalonien.
Eine erste halbzeit, die torrelavega teuer zu stehen kam
Der Beginn gehörte noch beiden Mannschaften. Rubiño traf, Juanjo Fernández legte nach, Torrelavega führte kurz mit zwei Toren. Doch das war die letzte Phase, in der die Gastgeber wirklich das Heft in der Hand hielten. Granollers stabilisierte sich defensiv, fand seinen Rhythmus und zog Schritt für Schritt davon: 8:10, dann 10:14, schließlich eine Fünf-Tore-Führung zur Pause.
Trainer Jacobo Cuétara unterbrach zweimal, sprach, forderte, mahnte. Die Wirkung blieb überschaubar. Antonio Ramas Mannschaft spielte mit einer Geduld und Kompaktheit in der Abwehr, die dem Heimteam schlicht keine Antwort ließ. Wer in der ersten Halbzeit fünf Tore zurückliegt, kämpft in der zweiten Halbzeit gegen zwei Gegner: den Ball und die eigene Nervosität.

Marcos fis als alptraum in blau-gelb
Nach dem Seitenwechsel wurde die Lage für Torrelavega zunächst noch unwirtlicher. 16:23 zeigte die Anzeigetafel, und mittendrin: Marcos Fis, der Spielmacher der Katalanen, der die Abwehr der Hausherren systematisch auseinandernehm. Cuétara reagierte mit einem 5-1-System und schickte Álex Rubiño als persönlichen Aufpasser auf Fis. Der Plan griff. Die Lücken wurden kleiner, die Tore seltener.
Und plötzlich lebte die Halle wieder. Die Fans trieben ihre Mannschaft nach vorne, Torrelavega traf, verkürzte, glaubte. 24:26, dann 30:31 — ein Tor Rückstand, vier Minuten auf der Uhr, alles offen. Es war genau der Moment, den eine Heimmannschaft braucht, um ein Spiel zu drehen.

Granollers ließ sich nicht beirren
Nur: Granollers wackelte nicht. Die Katalanen hatten diesen Abend zu oft kontrolliert, um ihn in der Schlussphase herzuschenken. Sie verwalteten die Führung mit einer Kaltblütigkeit, die man sich bei Torrelavega für die eigene Mannschaft gewünscht hätte, und brachten den 35:33-Sieg über die Zeit.
In der Tabelle ist das ein Statement. Für Torrelavega hingegen bleibt die bittere Erkenntnis, dass eine katastrophale erste Halbzeit auch eine furiose zweite zunichte machen kann. Fünf Tore Rückstand zur Pause aufzuholen ist möglich — aber gegen eine Mannschaft wie Granollers reicht fast nicht.
