Granada: leere stadien und sinkende euphorie – was nun?
Ein düsteres Bild zeichnet sich für den andalusischen Fußballverein Granada ab: Die Stadien erweisen sich als immer leerer, die Euphorie unter den Fans schwindet. Die aktuelle Saison ist eine Zerreißprobe für den Verein und seine Anhänger, ein Kontrast zu den vergangenen Erfolgen, der sich deutlich in den Zuschauerzahlen widerspiegelt.

Der dramatische einbruch der zuschauerzahlen
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Vergleich zur Vorsaison fehlen dem Estadio Nuevo Los Cármenes ganze 46.040 Zuschauer. Waren es in der vergangenen Saison noch 314.409 Fans, die die Spiele verfolgten (eine durchschnittliche Auslastung von 14.971 Zuschauern pro Spiel), so sind es in dieser Saison lediglich 268.369 Besucher (Durchschnitt: 12.779). Ein regelrechtes Debakel für den Verein und ein alarmierendes Zeichen für die Verantwortlichen.
Besonders besorgniserregend ist der Rückgang bei Spielen, die über 15.000 Zuschauer zogen. Während in der vorherigen Saison noch 14 Partien diese Marke übertrafen, konnte dies in der aktuellen Saison nur in drei Fällen erreicht werden – und das ausschließlich bei den Derbys gegen Almería, Málaga und Cádiz. Der Einfluss der gegnerischen Fans ist hierbei nicht zu unterschätzen und verzerrt das Bild der tatsächlichen Unterstützung durch die Granada-Anhänger.
Auch die Königsklasse zeigt einen deutlichen Rückgang der Zuschauerbeteiligung. Das Pokalspiel gegen Getafe wurde im Vorjahr von 16.611 Zuschauern verfolgt, während das Spiel gegen Rayo Vallecano nur magere 4.468 Besucher auf den Tribünen zählte – ein neuer Tiefstand für Granada. Vier Ligapartien mussten zudem mit weniger als 10.000 Zuschauern ausgetragen werden, obwohl der Verein 16.678 Abonnenten verzeichnet.
Die Verantwortlichen des Vereins stehen nun vor der Herausforderung, die Fans zurückzugewinnen und die Abwärtsspirale zu stoppen. Die aktuelle Situation ist ein Weckruf und erfordert umgehende Maßnahmen, um den Verein nicht vollständig zu entfremden.
Die Frage, ob die Vereinsführung in der Lage ist, die verloren gegangene Begeisterung wiederzuerwecken und den drohenden Abstieg in eine sportliche und finanzielle Krise abzuwenden, bleibt abzuwarten. Die Fans sind ungeduldig und fordern Veränderungen. Eine Neuorientierung ist dringend erforderlich, um das Ruder herumzureißen und die Zukunft des Vereins zu sichern. Die leeren Sitze im Stadion sind ein stummer Schrei nach Veränderung – und dieser muss endlich gehört werden.
