Gramellini stellt die weichen um: iran-krieg und justiz-referendum dominieren die sendung
Um 22:45 Uhr öffnet sich Studio 1 von La7 für eine Ausgabe von „In altre parole“, die keine Fragen offenlässt. Massimo Gramellini holt die Zuschauer aus dem Sanremo-Tagtraum zurück und konfrontiert sie mit dem Knall: dem iranischen Krieg, der seit Tagen die Märkte zum Zittern bringt und die geopolitische Landkarte neu misst.
Gad lerner liefert die erste bombe des abends
Der Journalist sitzt auf dem Sofa, Kaffeetasse in der Hand, und erklärt, warum der Ölpreis innerhalb von 72 Stunden um 18 Prozent nach oben schoß. „Die Straße von Hormus ist ein Schachbrett, und jeder Zug kostet Milliarden“, sagt er. Gramellini lässt die Kamera einen Moment auf sein Gesichthalten, um die Stille wirken zu lassen. Die Regie schaltet auf eine Live-Karte, die die Tankerrouten in Rot blinken lässt.
Im zweiten Block wechselt die Sendung auf Heimatboden. Nicola Gratteri, Chefankläger von Neapel, tritt auf, Begleitschutz im Nacken. Er und Carlo Calenda liefern sich ein Gefecht über das Referendum zur Justizreform. Gratteri wirft der Politik „Parlaments-Kungelei“ vor, Calenda kontert mit dem Satz: „Wer die Kontrolle der Richter fürchtet, hat etwas zu verbergen.“ Der Applaus kommt aus dem Publikum, nicht aus der Regie – das ist bei Gramellini Tradition.

Luca argentero bringt den vip-hauch ins studio
Der Schauspieler schlendert in Lederjacke herein und erzählt, wie er für „Avvocato Ligas“ einen echte Mailänder Anwalt shadowed habe, um die schnelle Artikulation und das bissige Lächeln zu kopieren. „Irgendwann habe ich sogar angefangen, meine Freunde zu kreuzen“, lacht er. Die Serie läuft auf Sky und Now, aber heute Abend liefert er eine exklusive Szene – und Gramellini lässt sie ohne Vorankündigung laufen, um die Quote nach oben zu ziehen.
Mary L. Trump, Nichte des US-Präsidenten, gibt den emotionalen Gegenpol. Sie spricht über die Stimmung in Florida: „Die Leute kaufen Bunker, nicht nur Klopapier.“ Ihre Analyse: Donald Trump nutze den Iran-Konflikt, um von internen Prozessen abzulenken. Die Zuschauerzahlen der Sendung steigen laut internen Daten in dieser Minute um 12 Prozent.

Der feste cast liefert den roten faden
Alessandra Sardoni zieht eine Bilanz der Woche: „Vier Minister haben sich duckmäuserisch zur Ukraine geäußert, aber keiner zur Iran-Frage – das ist keine Strategie, das ist Kaschieren.“ Giovanna Botteri liefert eine Reportage aus dem Libanon, gerade frisch eingeflogen. Ihre Haare riechen noch nach Rauch, das spürt man durch die Leinwand. Saverio Raimondo serviert Satire über das Referendum: „Wenn wir die Richter wählen lassen, wählen wir bald auch den Wetterbericht.“
Zum Schluss tritt Gustavo Zagrebelsky auf, der emeritierte Verfassungsrichter. Er hält sein Manuskript hoch, das nur einen Satz träht: „Wenn das Recht zur Ware wird, kauft die Demokratie den Käfig selbst.“ Dann verabschiedet er sich mit einem Handschlag, der so fest ist, dass Gramellini die Krawatte richtet.
Die Sendung endet um 00:58 Uhr. Die Quote: 7,3 Prozent Marktanteil, der höchste Wert seit der dritten Staffel. Die Botschaft: Wer glaubt, der Iran-Krieg bleibe im Fernsehen eine Randnotiz, liegt falsch – er sitzt bereits im eigenen Wohnzimmer und bestimmt, was morgen im Supermarkt teurer wird.
