17-Jähriger mohya trifft beim rekord-debüt – jetzt fordert polanski konsequenzen
Ein Teenager, ein Ehrentreffer, ein neuer Rekord: Wael Mohya war gerade mal 17 Jahre und 65 Tage alt, als er sich am Freitagabend in der Allianz Arena mit einem platzierten Schuss in die Geschichte von Borussia Mönchengladbach schoss. Die 1:4-Klatsche gegen Bayern München wird vergessen sein, der Name Mohya bleibt.
Polanski zögerte, mohya lachte – und traf
Coach Eugen Polanski hatte den Jüngsten zunächst auf der Bank gelassen, weil ihm in der Defensivarbeit „ein bisschen mehr Erfahrung“ wichtiger war. Die Entscheidung für Hugo Bolin war eine Bauchentscheidung, die sich als Fehlgriff entpuppte. Denn als Mohya in der 81. Minute kam, brauchte er nur sieben Minuten, um den Ball zum 1:4-Anschlusstreffer unter Manuel Neuer zu bugsieren. Marco Villas 28 Jahre alter Rekord war damit Geschichte.
Die Szene war typisch Mohya: Anspiel links außen, kurzer Kontakt, dann mit dem rechten Innenpfosten ins lange Eck. Kein Aufregen, kein Jubel-Gekreisch, nur ein kurzer Blick zur Bank – als wolle er sagen: „Ich hatte es euch ja gesagt.“

Die statistik lügt nicht: borussia braucht torgefahr
Die Zahlen sind ein offener Brief an den Trainer: Kevin Stöger lauert nach 20 Einsätzen weiter auf seinen ersten Saisontreffer, Florian Neuhaus steht bei 15 Partien auf Null, Giovanni Reyna kam in 13 Spielen nicht zum Zug. Mohya brauchte 98 Minuten, um sich einzutragen. Dazu die Unbekümmertheit, mit der er sich in die Zweikämpfe wirft – ein lebendiges Kontrastprogramm zu den oft statischen Abläufen der etablierten Mittelfeldriege.
Polanski versuchte nach dem Spiel, die Kritik abzuwischen. „Der Junge macht einfach Spaß“, sagte er, „er tut der Mannschaft gut.“ Doch hinter vorgehaltener Hand fragt sich der Kapitän, warum diese Energie nicht von Anfang an auf dem Platz stand.

Kellerduell-woche: jetzt zählt nur noch der klassenerhalt
Am Freitag kommt der FC St. Pauli, sieben Tage später gastiert Borussia in Köln, danach folgt Heidenheim. Drei Endspiele, neun mögliche Punkte, ein Kandidat für den Abstieg. Die Fans haben ihre Meinung bereits formuliert: In den sozialen Netzwerken kursiert ein Foto von Mohya mit dem Schriftzug „Startelf oder Aufstand“. Polanski wird die Nachfrage nach der Pressekonferenz kennen.
Die Entscheidung liegt auf dem Tisch. Wer in dieser Saison Tore will, muss Torschützen aufstellen. Und Mohya hat bewiesen, dass er nicht nur Rekorde bricht, sondern auch Spiele retten kann. Die Uhr tickt, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt drei Punkte. Die Zeit für Bauchentscheidungen ist vorbei.
