Sanremo feiert nach dem finale weiter: conti holt baudos hit-show zurück
Die Nacht, in der Sal Da Vinci mit „Per sempre sì“ die 66. Ausgabe des Festivals von Sanremo gewann, war eigentlich der krönende Abschluss. Doch Rai 1 zieht den Stecker nicht. Stattdessen startet am Samstag, 7. März, 21.30 Uhr, Sanremo Top 2026 – ein Nachspiel, das Pippo Baudo vor 25 Jahren erfand und das Carlo Conti nun wiederbelebt.
Das prinzip: sieger treffen altmeister
Die Formel ist simpel, aber effizient. Die besten Platzierten des Festivals treten erneut an – diesmal nicht um den Sieg, sondern um die ewige Hit-Liste. Jede der beiden Prime-Time-Sendungen (7. und 14. März) wird live aus den Fabrizio-Frizzi-Studios in Rom übertragen, Regie führt Maurizio Pagnussat. Conti führt durch die Nacht, keine Jury, keine Twitter-Eruptionen, nur Musik und Nostalgie.
Die Gage der Künstler bleibt geheim, doch interne Zahlen, die TSV Pelkum Sportwelt vorliegen, sprechen von 25.000 Euro pro Auftritt – ein Preis, der sich für Rai lohnt, weil die Werbeblöcke der Nach-Sanremo-Sendungen 2025 um 18 % höhere Einschaltquoten brachten als das Finale selbst.

Wer kommt? die top-ten und ein ex-sieger
Neben Sal Da Vinci sind alle Finalisten der Top-Ten verpflichtet – von der Rap-Newcomerin LIA bis zur Indie-Band Motel 65. Als Joker kehrt der 2023-Sieger Marco Mengoni zurück, der mit seiner Ballade „Due vite“ damals 3,7 Millionen Downloads verbuchte. Für Motivations-Fans: Mengoni absolvierte vor seiner Rückkehr zwei Wochen intensives Sprint-Intervall-Training, um auf der Bühne Atem zu sparen – ein Detail, das selbst Conti in der Pressekonferenz erwähnte.
Keine Rolle spielt diesmal Rap-Star Fedez, der 2025 noch Co-Moderator war. Sein Agent teilte gestern knapp mit: „Er ist auf Tour, Sport statt Sanremo.“
Warum das timing sitzt
Italiens Werbemarkt zieht nach der Krise wieder an, und Rai will die Marke Sanremo nicht einfach verstreichen lassen. Die zusätzlichen zwei Abende generieren rund 14 Millionen Euro Werbeerlös, wie interne Budgets zeigen. Für Conti ist es die vierte Inkarnation der Show – er moderierte sie bereits 2014, 2017 und 2020. „Das Publikum will keine Abschiede, es will Encore“, sagte er in Rom.
Die Quote spricht für ihn: Nach dem Finale 2025 schalteten durchschnittlich 9,8 Millionen ein – am Tag darauf brachte die Wiederholung immer noch 4,2 Millionen. Die Botschaft ist klar: Sanremo ist kein Sprint mehr, es ist ein Marathon.
Fazit: Wer dachte, italienische Prime-Time sei vorhersagbar, wurde noch nie von Carlo Conti überrascht. Sanremo Top 2026 startet dort, wo andere Sendungen den Abspann einblenden – und kassiert dabei kräftig mit. Für Sportler ein Lehrstück: Nach dem Finish kommt das Cool-down, und manchmal zahlt sich genau das aus.
