Goya-käse ruft listeria-alarm: spanien weitet rückruf auf zwei weitere chargen aus

Spanien rätselt, wie viele Kühlregaler noch belastet sind: Die Lebensmittelbehörde AESAN hat den Listeria-Warnradius um die Marke Goya erneut erweitert. Betroffen sind jetzt auch der „Queso estilo llanero“ sowie zwei Chargen des bereits bekannten „Queso Latino“. Die Bakterien gelten als hartnäckige Dauergäste – selbst bei vier Grad vermehren sie sich rasant.

Neue funde in galicien verschärfen die lage

Erst am 12. Mai stoppte Madrid den Verkauf von drei Fristen des weichen Kuhmilchkäses. Nun meldete Galicien über das Schnellwarnsystem SCIRI eine zusätzliche Kontamination. Betroffen ist der Queso estilo llanero (300 g, Kühlregal) mit der Chargennummer 011116 und dem Verfallsdatum 21. Juni 2026. Hinzu kommen die bereits bekannten Chargen 011056 (31. Mai 2026) und 021046 (30. Mai 2026) des „Queso Latino“. Die AESAN ordnete sofortige Rücknahme und Vernichtung an.

Wer die Ware noch im Kühlschrank hat, sollte sie laut Behörde „keinesfalls verzehren“. Auch Reste, die mit den betroffenen Käsen in Kontakt kamen, gelten als potenziell infiziert. Hygieneregeln verschärfen, Arbeitsflächen desinfizieren, Messer und Schneidebretter separat reinigen – das ist der neue Haushalts-Befehl.

Risikogruppen drohen fehlgeburten und meningitis

Risikogruppen drohen fehlgeburten und meningitis

Listeria monocytogenes schlägt unterschiedlich aus: Gesunde Erwachsene verspüren oft nur leichtes Fieber oder Durchfall. Für Schwangere, Neugeborene, Senioren und Immunsupprimierte kann die Infektion jedoch tödlich enden. Fehlgeburten, Meningitis, Sepsis – die Komplikationsliste ist lang. Die AESAN rät Betroffenen bei Symptomen umgehend zum Arzt und verweist auf spezielle Ernährungsleitfäden für Schwangere.

Die spanischen Behörden geben sich demonstrativ gelassen: „Die Kette ist unter Kontrolle“, heißt es in einer Pressemeldung. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Seit Jahresbeginn stieg die Zahl der offiziell gemeldeten Listeria-Erkrankungen in Spanien um 17 Prozent. Markenhersteller wie Goya stehen nun unter erhöhter Aufsicht, weitere Rückrufe gelten als „nicht ausgeschlossen“.

Die Botschaft an Verbraucher ist eindeutig: Kühlschrank checken, Produkt wegwerfen, Küche desinfizieren. Wer Symptome bemerkt, liegt besser einen Tag zu viel im Krankenhaus als einen zu wenig. Die Bakterien schlafen nie – und sie liefern sich keine Diskussionen.