Godon räumt ab – evenepoel fliegt hin, vingegaard zögert, pyrenäen lachen

Dorian Godon hat sich selbst ein Geschenkt gemacht, die Favoraten hingegen ein Problem: Die dritte Etappe der Volta a Catalunya endete mit einem Schlag ins Gesicht für Remco Evenepoel, einem Lehrstück für Jonas Vingegaard – und dem zweiten Saison-Sieg für den Franzosen, der plötzlich auch im Gesamtklassement das Sagen hat.

Vingegaards antritt, evenepoels sturz

Es war die Szene des Tages, kurz nachdem das Feld die Bergwertungen hinter sich gelassen hatte. Evenepoel trat durch, Vingegaard folgte – erst zögernd, dann konsequent. 35 Kilometer lang jagten die beiden durch die Baix Camp, Wind von vorn, Blicke nach hinten. Der Belgier wollte den Dauphiné-Generalproben-Poker wagen, der Däne ließ sich nicht erwischen. Doch auf nassem Asphalt bei Vila-seca riss es Evenepoel weg. Sekundenbruchteil. Asphalt. Schmerz. Aus.

Visma-Leopard bremste sofort, denn plötzlich war Godon mit Ag2r-Komplizen aufgeschlossen, das Feld spritzte auseinander wie Quecksilber. Godon sprintete, Godon gewann – und Visma musste mit ansehen, wie die Gelbe Nummer im Windschatten eines Franzosen verpuffte.

Pyrenäen drohen – verona hatte recht

Pyrenäen drohen – verona hatte recht

Carlos Verona hatte es vorhergesagt: „Wahrscheinlich die härteste Woche der Saison.“ Und das, obwohl erst drei Tage absolviert sind. Die Zahlen, die hinter Godons Sieg stecken, lesen sich wie eine Warnung: 2.200 Höhenmeter, drei kategorisierte Anstiege, ein Sturz, ein Ausfall. Jay Vine, Mountain-Bulldozer von João Almeida, flog mit Schlüsselbeinbruch aus dem Rennen. Ein Helfer weniger, der Kolumbianer wird die nächsten Tage allein in die Wolken müssen.

Morgen geht’s nach Vallter 2000: 11,4 Kilometer, durchschnittlich 7,6 Prozent, Rampen bis 11. Wer heute schon zitterte, darf morgen bibbern. Die erste Alpine Schicksalsprobe der Saison steht an, und die Verletztenliste ist längst länger als die Siegerliste.

Godon trägt jetzt das weiße Trikot mit dem roten Fleece-Panther – ein Symbol für das, was in Katalonien passiert: Die Außenseiter fahren sich warm, die Favoraten frieren. Und hinter den Bergen lauern weitere Berge: Col de Pal, Berga, Montjuïc. Ein Bergkette nach der anderen, ein Urteil nach dem anderen. Die Pyrenäen lachen nur leise – sie wissen, dass sie das letzte Wort behalten.