Gislason zündet den turbo: heim-wm 2027 startet gegen ägypten
Alfred Gislason schmettert die Nostalgie in die Ecke. 300 Tage vor dem Eröffnungswurf der Heim-WM 2027 empfängt Deutschlands Handball-Nationalteam am Donnerstag in Dortmund den Afrikameister Ägypten – und der Isländer schickt seine Silber-Jungs direkt ins Feuer.
Kein platz für sentimentalität
Der 66-Jährige ließ die Medaillen von Herning bewusst im Schrank. Stattdessen: neuer Kader, alter Hunger. Mit 14 EM-Zweiten von damals, dafür ohne Torhürtitan Andreas Wolff, dessen Debütant Lasse Ludwig gleich gegen die Pharaonen den Handschuh übernimmt. „Wir müssen reifen, nicht rotieren“, sagt Gislason. Deshalb bleibt der Kern zusammen – nur punktuell frischt er nach: Tim Freihöfer und Timo Kastening rücken für die verletzten Außen Zerbe und Dahmke nach.
Die Message ist klar: wer jetzt nicht liefert, fliegt später raus. Denn der Däne kommt. Mitte Mai gastiert Olympiasieger Dänemark zum Prestige-Duell – und diese Partie ist bereits jetzt ein Seismograf für den Gold-Anspruch des Gastgebers. Gislason: „Gegen Ägypten bekommen wir Druck, den wir brauchen. Die machen aus dem Rückraum Dänemark-Niveau.“

Automatik statt experiment
Ingo Meckes, Sportvorstand des DHB, zieht die Timeline straff: „Ab sofort zählt jeder Tag.“ Kein Pflichtspielzwang bis Januar 2027, dafür ein Kalender voller Hochkaräter: nach den Ägyptern folgen Dänemark, später Norwegen und Frankreich. Das Luxus-Programm soll Automatismen schmieden, keine Testspiel-Fadeur. Teammanager Benjamin Chatton beschwört die Continuität als Erfolgsfaktor: „Wir wollen nur noch punktuell ergänzen, nicht neu erfinden.“
Torhüter David Späth formuliert das Endziel ohne Umschweife: „Silber ist cool, wir wollen aber diesmal den letzten Sieg.“ 1978 und 2007 stand Deutschland ganz oben – 2027 soll München und Köln die dritten Sterne erleben. Gislasons Vertrag läuft nach der WM aus, doch der Isländer betont gelassen: „Ich bin locker. Die Entscheidung liegt beim DHB.“
Doch schon das Ägypten-Duell ist ein Stimmungstest. 18.15 Uhr, ProSieben, Westfalenhalle – und dann gleich die nächste Runde am Sonntag in Bremen. Wer hier glänzt, bucht sich früh einen Platz im Gold-Flugzeug Richtung Januar 2027. Wer strauchelt, schaut vermutlich vom Sofa.
Die Uhr tickt. 300 Tage, zwei Spiele, ein Traum. Los geht’s.
