Gislason muss umplanen: zerbe fällt gegen ägypten aus – kastening rückt nach

Alfred Gislason muss kurzfristig umbauen. Lukas Zerbe, Rechtsaußen vom THW Kiel, meldet sich für die beiden Länderspiele gegen Rekord-Afrikameister Ägypten krank ab. Der DHB meldet ohne große Worte: Timo Kastening reist nach. 74 Länderspiele, 223 Tore, zuletzt im Mai 2023 – die Zahlen kennen wir, der Rest bleibt Stillschweigen.

Ein wechsel, der sich schon anbahnte

Kastening war nie wirklich weg, nur kurz im Abseits. Der 30-jährige Linkshänder lief in Melsungen auf, als wäre er nie aus der Nationalmannschaft geflogen. Gislason mag solche Typen: keine Diskussion, keine Media-Runde, einfach trainieren und treffen. Gegen die Schweiz und die Türkei im vergangenen Mai war er es auch schon, der die Deckung sprengte. Jetzt also wieder Ägypten, wieder Live-TV, wieder volle Hütte.

Die Westfalenhalle kocht am Donnerstag, 19. März, 18.15 Uhr. In Bremen, Sonntag, 15.30 Uhr, ist nur noch ein Flickenteppich aus Restkarten. ProSieben zeigt beide Partien im Free-TV, die Werbefenster sind verkauft, die Handball-Sehnsucht der Nation ebenfalls. Gislason twittert nicht, er sagt nur: „Wir sind bereit.“ Mehr braucht er nicht sagen.

Der kader steht, die fragen auch

Der kader steht, die fragen auch

Lasse Ludwig und David Späth im Tor, Tim Freihöfer und Lukas Mertens links, Marko Grgic, Tom Kiesler, Matthes Langhoff, Miro Schluroff im linken Rückraum. Juri Knorr und Julian Köster zentral, Franz Semper und Renars Uscins rechts. Mathis Häseler und nun Timo Kastening außen, Justus Fischer, Johannes Golla, Jannik Kohlbacher im Kreis. Die Namen sind klar, die Aufstellung bleibt Geheimnis. Gislason probiert gern, rotiert, versteckt seine Start-Sieben bis zum Aufwärmen.

Ägypten reist mit Sieben-Metern-Spezialist und Rückraum-Kanone, die Statistik sagt 6:0 für Deutschland in offiziellen Turnieren. Statistiken interessieren Gislason nur, wenn sie sich ändern lassen. Er will Sequenzen sehen, Tempo, eine Abwehr, die wie eine Wand steht, und einen Kreisläufer, der sich wie ein Sturm bricht. Ob Kastening von Anfang an spielt oder als Joker kommt, weiß nur das Trainerteam. Die 223 Treffer sprechen für sich, der Rest ist Taktik.

Nach dem Abpfiff in Bremen geht’s zurück in die Clubs, die Punktejagd der Bundesliga wartet. Für 48 Stunden aber bestimmt nur eines die Schlagzeilen: Deutschland gegen Ägypten, ein Schaukampf mit Pflichtcharakter, ein Test, der sich wie ein Finale anfühlt. Und mittendrin Timo Kastening, der Mann, der nie wirklich weg war, jetzt wieder da – und hungrig.