Giro d'italia: warum spanien auf den rosa tricolore wartet
Jahr für Jahr blickt der internationale Radsport gespannt auf die Corsa Rosa, doch für Spanien bleibt der Giro d'Italia eine hartnäckige Zitterpartie. Während unsere Fahrer bei der Tour de France und der Vuelta a España regelmäßig um Siege kämpfen, scheint sich der italienische Klassiker ihnen zu entziehen. Eine historische Kollision im Kalender verhinderte lange den Durchbruch, doch auch heute noch fehlt das entscheidende Quäntchen Glück und die nötige Konstanz.

Ein historischer umstand trug zur deutschen dominanz bei
Bis 1995 teilten sich Giro und Vuelta den Kalender, was für spanische Teams eine erhebliche Belastung bedeutete. Die Doppelbelastung schmälerte die Chancen auf einen Erfolg in Italien. Nur Miguel Indurain und Alberto Contador konnten bisher die maglia rosa erobern – zwei absolute Ausnahmetalente, die selbst in einer starken Konkurrenz überragten. Indurain feierte 1992 und 1993 seine Triumphe, wobei sein Sieg 1993 gegen Ugrumov und Chiappucci nur knapp war, mit einem Vorsprung von lediglich 58 Sekunden, der knappste Sieg seiner Karriere.
Doch es gab auch zahlreiche andere Fahrer, die kurz vor dem Erfolg standen. Namen wie Purito Rodríguez, Carlos Sastre, David Arroyo, Abraham Olano, Quique Gutiérrez, Francisco Galdós und José Manuel Fuente mussten sich mit zweiten Plätzen zufrieden geben, ein Beweis für die Härte und den hohen Stellenwert des Giro für das italienische Radteam.
Ein dramatisches Kapitel wurde 2011 geschrieben, als Alberto Contador, nach einem kurzfristigen Wechsel im Kalender, mit dem Astana-Team an den Start ging. Ein Dopingskandal um Riccardo Ricco machte ihm das Leben schwer, doch Contador konnte sich letztendlich durchsetzen. Allerdings wurde sein Sieg nachträglich aberkannt, ein bitterer Moment für den Spanier. 2015 gelang ihm dann die bittere Genugtuung, als er in einem packenden Duell gegen Fabio Aru und den jungen Mikel Landa die Oberhand behielt, nachdem er nach einer mechanischen Defizit eine bemerkenswerte Aufholjagd zeigte und das Feld auf dem Mortirolo überholt hatte.
Die italienische Corsa Rosa bleibt somit eine Herausforderung für spanische Fahrer, ein Test für ihre Ausdauer und taktische Fähigkeiten. Obwohl die Erfolge bisher rar waren, bleibt die Hoffnung bestehen, dass bald wieder ein spanischer Fahrer die maglia rosa in den Himmel über Italien reckt. Die Geschichte des spanischen Radsports ist reich an Triumphen und Tragödien, und der Giro d'Italia bietet die nächste Chance, ein weiteres Kapitel in dieser Geschichte zu schreiben.
