Giro d'italia: pellizzari im rampen-duell zur stelle?
Burgas, Bulgarien – Die zweite Etappe des Giro d'Italia wirft Fragen auf, und zwar jede Menge. Während die Sprinter heute Morgen noch hofften, könnte sich das Finale rund um Veliko Tarnovo zu einem Duell der Ausdauerfahrer entwickeln. Die Soudal-Quick Step-Equipe äußert sich skeptisch, während die Organisatoren auf einen Mann setzen: Giulio Pellizzari.

Ein finale voller überraschungen
Die 221 Kilometer von Burgas nach Veliko Tarnovo sind alles andere als ein geradliniger Sprintkurs. Ein steiler Anstieg zum Kloster, der bis zu 14 Prozent Neigung aufweist, könnte die reinen Sprinter ins Schwitzen bringen. "Ich denke nicht, dass die Sprinter hier mithalten können“, meint der Rennleiter Stefano Allocchio. Vielmehr könnte sich eine Gruppe von 20 bis 30 Fahrern absetzen, oder gar ein Einzelner versuchen, das Rennen zu dominieren.
Davide Bramati, Sportdirektor von Soudal-Quick Step, der mit Paul Magnier im Rosa Trikot an den Start geht, sieht die Sache pragmatischer: "Wir können nicht den ganzen Tag die Spitze ziehen. Es wird ein Kampf, und wir müssen schauen, wie wir uns am besten positionieren können.“ Die hügelige Landschaft und die kurzen, aber steilen Anstiege werden den peloton zusätzlich fordern. Und dann ist da noch der Asphalt – ein Abschnitt mit Kopfsteinpflaster im Finale könnte die Entscheidung bringen.
Pellizzari als Geheimwaffe? Der Name, der im Zusammenhang mit diesem Finale immer wieder fällt, ist der von Giulio Pellizzari. Allocchio ist überzeugt: "Er hat im Tour of the Alps bewiesen, dass er in Topform ist. Dieser Anstieg zum Kloster könnte genau sein Terrain sein.“ Ob der junge Italiener die Chance nutzen kann, um sich für den Rest des Giro zu positionieren, bleibt abzuwarten.
Aber es ist nicht nur Pellizzari, der heute eine Rolle spielen könnte. Auch Alberto Bettiol und Diego Ulissi von der XDS-Astana-Mannschaft sollten im Auge behalten werden. Und was ist mit den Klassementfahrern? Sie werden gezwungen sein, in der Nähe zu bleiben, um keine Zeit zu verlieren. Jonas Vingegaard und sein Visma-Lease a Bike Team werden das Rennen genau beobachten, auch wenn Marc Reef, der Sportdirektor, betont: "Das Ziel ist, die ersten drei Tage in Bulgarien gut zu überstehen.“
Die Frage, wer die Verantwortung für die Jagd nach Ausreißern übernehmen wird, bleibt offen. Und die Wettervorhersage deutet auf Regen hin, was das Rennen noch unberechenbarer machen könnte. Die Anstiege werden technisch und die Abfahrten ebenfalls. Ein nervöses Rennen ist also vorprogrammiert, und es könnte sein, dass die ersten Verschiebungen im Gesamtklassement bereits heute stattfinden.
