Giro d'italia: chaos in neapel – fahrer kritisieren kurswahl nach stürzen!

Neapel ist bekannt für seine pulsierende Atmosphäre und seine atemberaubende Landschaft. Doch beim Giro d'Italia 2026 hat die Stadt einen weniger glänzenden Ruf erworben: Ein Massensturz am Ende der 6. Etappe sorgte für chaotische Zustände und heftige Kritik unter den Fahrern.

Ein verhängnisvoller zieleinlauf

Die Entscheidung der Organisatoren, das Ziel in Neapel auf einem Kopfsteinpflaster-Abschnitt mit engen Kurven zu verlegen, wurde von vielen Profis vor dem Rennen kritisiert. Tobias Lund Andresen von Decathlon-CMA CGM warnte bereits am Eurosport-Mikrofon: „Neapel ist vielleicht die Sprinter-Hauptstadt, aber wohl auch bekannt als die Sturz-Hauptstadt.“ Seine Worte sollten sich als zutreffend erweisen.

Als leichter Regen einzusetzen begann, wurde die Situation noch gefährlicher. Der Sprint zum Ziel wurde zur Farce, als Elmar Reinders, der Sprint-Anfahrer von Dylan Groenewegen, auf dem rutschigen Pflaster ausbüxte. Auch Groenewegen selbst stürzte, und wie ein Lauffeuer breitete sich der Sturz auf weitere Fahrer aus.

„Es war ein bisschen glatt, denke ich“, kommentierte Groenewegen nach dem Rennen, mit einem Hauch von Sarkasmus in der Stimme. Sein Team hatte zwar ein perfektes Leadout gefahren, doch der Sturz zunichte die Chance auf einen möglichen Sieg.

Milan

Milan's scharfe kritik: „ich verstehe es wirklich nicht!“

Besonders frustriert zeigte sich Jonathan Milan, der ebenfalls zu Fall kam und sich nur knapp vor einem weiteren Sturz bewahren konnte. Seine Kritik an den Organisatoren war unmissverständlich: „Wir wissen, dass es auf dieser Art von Kopfsteinpflaster bei Regen extrem rutschig werden kann. Ich weiß wirklich nicht, warum wir so komplizierte Ankünfte aufsuchen müssen. Man wusste, dass es regnen könnte und um sicherzugehen, hätten wir vielleicht wie vor einigen Jahren auf einer Geraden ankommen können.“

Auch Pascal Ackermann von Jayco-AlUla äußerte sich ähnlich: „Eigentlich wussten wir vorher schon: Es ist 70 zu 30, dass wir nicht durchkommen.“ Er betonte, dass das Spektakel letztendlich nicht den Sicherheitsbedenken gerecht wurde.

Ein wiederkehrendes problem in neapel

Ein wiederkehrendes problem in neapel

Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Bereits 2024 sorgten schlechte Straßenverhältnisse in Neapel für Chaos, und im Vorjahr führte ein Massensturz sogar zum Karriereende eines Fahrers. Die Entscheidung, trotz dieser bekannten Probleme erneut auf einen Kopfsteinpflaster-Zieleinlauf zu setzen, wirkt angesichts der Ereignisse verfehlt.

Wie der Eurosport-Experte Jens Voigt anmerkte, hätte man einen Plan B in Betracht ziehen müssen: „Man hätte einen Plan B haben können. 1,5 oder 2 Kilometer vor dem Ziel war diese wunderbare alte Burg oder der Wachturm, direkt an der Straße. Man hätte ja sagen können: Wenn es regnet, machen wir da das Ziel.“

Die Organisatoren des Giro d'Italia haben hier eine Lehrstunde erhalten: Die Balance zwischen touristischer Attraktivität und der Sicherheit der Fahrer muss neu überdacht werden. Die Piazza del Plebiscito mag ein schöner Ort sein, doch die Sicherheit der Sportler sollte stets oberste Priorität haben. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Etappen in Neapel eine sicherere und weniger chaotische Gestaltung erfahren.