Gino paoli starb mit 91: sein leben war ein offenes buch mit drei frauen und vier kindern
Gino Paoli ist tot, und mit ihm verschwindet eine Epoche italienischer Musik. Doch hinter den Melodien wie „Il cielo in una stanza“ verbirgt sich ein Leben, das selbst nach neun Jahrzehnten noch für Schlagzeilen sorgt. Zwei Ehen, mindestens zwei langjährige Affären, vier Kinder von drei Partnerinnen – und die Frage, die er bis zuletzt nicht beantwortete: Warum soll man aufhören zu lieben, nur weil man nicht mehr miteinander schläft?
Die letzte frau an seiner seite hieß paola penzo
Sie war 27 Jahre jünger, stand ihm aber in Sturheit in nichts nach. Paoli selbst sagte im Dezember noch zum Corriere della Sera: „Meine große Liebe ist sie. Ohne Paola wäre ich schon längst nicht mehr da.“ 1991 heirateten sie, obwohl ihr erster Sohn Nicolò bereits elf Jahre alt war. Die beiden jüngeren Söhne, Tommaso und Francesco, kamen später – ein Familienkonstrukt, das in Italien für Gesprächsstoff sorgte, aber nie für Skandal.
Davor jedoch war nichts linear. In den 60ern entflammte eine Liaison mit Stefania Sandrelli, damals 18, ihm 36. Die Presse sprach von einem „Skandal“, doch Paoli lachte nur: „Sie war jung, ich war verrückt – was ist dabei?“ Die Beziehung hielt keine zwei Jahre, hinterließ aber Fotos, die heute wie Zeitkapseln wirken.

Ornella vanoni war seine künstische seele
Mit Ornella Vanoni teilte er nicht nur das Bett, sondern auch die Bühne. Ihre Duette wurden Klassiker, ihre Trennung ein offenes Geheimnis. „Wir haben nie aufgehört, einander zu lieben“, sagte Vanoni 2018 in einem Interview. „Wir haben nur aufgehört, zusammen zu leben.“ Ein Satz, der Paolis Lebensphilosophie auf den Punkt bringt.
Die Zahlen sprechen für sich: vier Kinder, drei Mütter, zwei offizielle Ehen, unzählige Affären – und kein einziges Mal sprach er von Schuld. Stattdessen prägte er das Bild des Italieners, der sich nicht scheut, zu lieben, zu gehen und wieder zurückzukehren. In Genova trauert man nicht nur um den Künstler, sondern auch um den Charmeur, der zeigte, dass Leidenschaft kein Alter kennt.
Mit 91 Jahren starb Gino Paoli – nicht einsam, nicht reuig, sondern umgeben von der Frau, die er zuletzt liebte, und den Kindern, die aus dieser Liebe entstanden. Die Melodien bleiben, die Geschichten auch. Und die Frage, die er stellte, wird weiterhin in den Gassen von Genua flüstern: Warum soll Liebe enden, nur weil sie sich verändert?
