Gidsel schreibt geschichte: dritter welt-titel in serie – und das ist erst der anfang

Mathias Gidsel lacht, als hätte er gerade einen Gegenspieler mit einem No-look-Pass aus dem Verkehr gezogen. „Es muss mir nicht peinlich sein, dass ich der beste Handballer der Welt bin“, sagt er, und man glaubt ihm sofort. Der Däne wurde jetzt zum dritten Mal in Folge zum Welthandballer gewählt – ein Kunststück, das vor ihm niemand vollbracht hat. Nicht Mikkel Hansen, nicht Nikola Karabatić. Keiner.

Der hattrick, der keiner war – weil er größer ist

Die Trophäen stehen bei seinen Eltern in Skjern, im extra dafür eingerichteten Zimmer. Mutter Gidsel hat sogar die Beleuchtung angepasst, damit die goldenen Figuren besser glänzen. „Später kann ich meinen Kindern zeigen, dass Handball einmal mein Leben war“, sagt er. Doch der 27-Jährige weiß: Diese Story ist längst mehr als Familienalbum. Sie ist ein Statement gegen alle, die ihm vorwarfen, er sei zu klein, zu unauffällig, zu wenig Talent.

Die Wende kam mit dem Wechsel nach Berlin. „Hier wollte ich Verantwortung“, sagt Gidsel. Die Füchse gaben sie ihm – und er gab ihnen zurück: ein Team, das plötzlich mit Magdeburg und Kiel auf Augenhöhe agierte. „Die ständigen Duelle mit der besten Mannschaft der Welt haben mich geprägt“, erklärt er. Inzwischen ist Berlin selbst eine dieser Weltklassen-Mannschaften. Und Gidsel ihr Herzstück.

Mentaltrainer, hund hermann und der tag danach

Mentaltrainer, hund hermann und der tag danach

Doch hinter dem Lächeln steckt mehr. Nach der WM 2021 brach er zusammen. „Ich merkte: Mentale Gesundheit ist genauso wichtig wie Kreuzband und Schulter“, sagt er. Seitdem begleitet ihn ein Mentaltrainer. Und Hermann, sein Havaneser. „Wenn ich einen schlechten Tag habe, rede ich mit meinem Hund.“ Dann sitzen Mann und Tier auf dem Sofa, Katrine – seine Freundin – macht Tee, und der Weltmeister von 2025 wird wieder zum Mathias aus Skjern.

Die nächsten Gegner sind längst in Sicht. 2027 kommt die Heim-WM nach Deutschland. Gidsel warnt: „Deutschland ist zu Hause sehr gefährlich.“ Er selbst will bis dahin noch mindestens zwei Titel mit Berlin holen: Champions League und DHB-Pokal. „Einzelpreise jage ich nicht“, betont er. „Aber wenn ich in zehn Jahren zurückblicke, will ich wissen: Wir haben damals alles rausgeholt.“

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Im Gegenteil: Der Hattrick war nur die Einleitung.