Gidsel genießt pause: familie, hunde und der wunsch nach normalität
Mathias Gidsel, der Welthandballer, gönnt sich nach einer intensiven Saison mit Pokalsieg, Vize-Meisterschaft und dem schmerzhaften Champions-League-Finale gegen Barcelona eine wohlverdiente Auszeit. Doch während die Handball-Bundesliga eine Pause einlegt, nutzt der dänische Star der Füchse Berlin die Zeit nicht nur zur Erholung, sondern auch zur Reflexion über Glück, Zukunftspläne und seinen Wunsch, trotz aller Erfolge ein ganz normaler Mensch zu sein.
Die balance zwischen sport und leben
Gidsel selbst gibt zu, dass er sich gerade glücklich fühlt. Ein Zustand, den er daran merkt, dass er auch nach Niederlagen nicht übermäßig frustriert ist. „Wenn wir verloren haben und ich nicht so frustriert und sauer bin, zeigt es mir, dass mein Leben in einer guten Balance ist“, erklärt er. „Du merkst, du kannst auch ein schönes Leben außerhalb des Sports haben.“ Diese Balance ist für den 27-Jährigen offenbar von großer Bedeutung, und er scheint sie im Moment gefunden zu haben.

Familienpläne in berlin
Das Zukunftsbild von Gidsel und seiner Freundin Katrine ist geprägt von einfachen Wünschen. „Wir wollen uns irgendwann unsere eigene kleine Familie hier in Berlin aufbauen“, so der Handballer. Neben ihrem Hund Hermann, einem Havaneser, der seine Erfolge nicht besonders beeindruckt, sondern sich lieber mit einem Tennisball beschäftigt, sollen bald auch Kinder hinzukommen. „Aber wir sind erst 27, genießen jetzt noch unser Abenteuer“, relativiert Gidsel. Das Ziel ist, seinen Kindern eines Tages zeigen zu können, was er und seine Partnerin beruflich leisten und dass er einmal ein „guter Handballer“ war.

Der wunsch nach normalität
Was Gidsel am meisten antreibt, ist der Wunsch, nicht als Superstar in Erinnerung zu bleiben. „Ich möchte nicht als Superstar oder Übermensch in Erinnerung bleiben, sondern als netter, bodenständiger Mensch gesehen werden“, betont er. Dieser Wunsch spiegelt sich auch in seinem Umgang mit Fans wider. Kinder fragen ihn oft nach Superkräften, doch Gidsel versucht zu erklären, dass auch er mit Problemen zu kämpfen hat. „Wenn sie mentale oder andere Probleme haben nach einem Spiel, in der Schule oder im Alltag, dann hat dieses Problem auch ein Mathias Gidsel schon gehabt.“

Mehr als nur handball
Neben Freunden und seinem geliebten Hund nimmt sich Gidsel Zeit für sich selbst. Er gesteht ehrlich, dass er in einigen alltäglichen Aufgaben noch Verbesserungspotenzial hat. „Wäsche waschen, kochen und Kuchen backen – das könnte ich besser erledigen“, scherzt er. Doch er ist stets bereit, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Sein Kindheitstraum war es, Handwerker zu werden, Häuser zu bauen oder zu renovieren – eine Leidenschaft, die ihm im Alltag noch immer Freude bereitet.

Die zukunft mit puma
Mit dem kürzlich unterzeichneten lebenslangen Ausrüstervertrag mit Puma blickt Gidsel optimistisch in die Zukunft. Er möchte die Handballwelt auch nach seiner aktiven Karriere weiter mitgestalten und den Sport bekannter machen. „Wir wollen, dass Handball nicht nur ein geiler Sport in Europa, Deutschland und Dänemark ist, sondern in der ganzen Welt“, erklärt er. Seine Ziele sind ambitioniert, aber mit seiner Leidenschaft und seinem Engagement ist er auf dem besten Weg, diese zu erreichen.
Die Sommerpause ist für Mathias Gidsel mehr als nur eine sportliche Verschnaufpause. Sie ist eine Zeit der Reflexion, der Familienplanung und des Wunsches, trotz aller Erfolge ein Mensch zu bleiben, der sich nicht von seinem Ruhm definieren lässt. Und während der Rest der Welt über seine sportlichen Leistungen staunt, genießt er die kleinen Dinge im Leben – die Liebe seiner Freundin, die Treue seines Hundes und die Hoffnung auf eine Zukunft voller Glück und Normalität.
