Kyrgios: verletzungsdrama und neue rolle im tenniszirkus
Nick Kyrgios ist zurück – und wirkt verändert. Nach einer handgelenksbedingten Pause von anderthalb Jahren und weiteren Rückschlägen hat der australische Tennis-Chouchout seine Rückkehr ins Rampenlicht verkündet. Doch statt des erwarteten Skandals spricht er offen über Verletzungen, seine neue Rolle im Sport und bewundert Alexander Zverevs unbändigen Erfolg.
Die rasensaison weckt neue energie
Die Rasensaison hat bei Kyrgios traditionell eine besondere Bedeutung. „Auf Rasen fühle ich mich wie zu Hause“, erklärt der 31-Jährige im Gespräch mit Sport1. „Dieser Belag passt einfach zu dieser Jahreszeit.“ Nach einer Phase voller Rückschläge und Verletzungen, bei der er hart arbeiten musste, um wieder an sein früheres Leistungsniveau anzuknüpfen, blickt er selbstbewusst nach vorne. Der Sieg vergangener Woche gegen Corentin Moutet, der in den Top 30 der Welt rangiert, unterstreicht seine Rückkehr zur Form.

Ein entertainer mit herz und seele
Kyrgios räumt ein, dass er sich im Tenniszirkus zunehmend als Entertainer etabliert. „Vielleicht bin ich nicht einer dieser Typen, die Woche für Woche Turniere gewinnen können“, gesteht er. „Aber ich weiß definitiv, dass ich eine Show abliefern kann, ganz egal, ob ich gewinne oder verliere.“ Dieses Verständnis hat ihn verändert. Er sieht die Begeisterung der Fans, die sich seine Spiele nicht entgehen lassen wollen, und nimmt diese Verantwortung ernst. „Ich spüre das in den sozialen Medien, im echten Leben – die Leute sagen: ‚Mann, wir wollen eine Show.‘ Und ich denke mir: ‚Weißt du was, genau darin bin ich gut.‘“

Zverevs triumph: respekt und bewunderung
Der Gewinn von Roland Garros durch Alexander Zverev löste bei Kyrgios keinen Neid aus, sondern vielmehr Bewunderung. „Ich bin der am wenigsten eifersüchtige Mensch überhaupt“, betont er. „Es gibt in dieser Welt genug Platz für jeden, um Erfolg zu haben.“ Zverevs Kampfgeist und seine Rückkehr nach einer schweren Verletzung beeindrucken Kyrgios zutiefst. „Für 99 Prozent bedeutet eine solche Verletzung das Karriereende. Sich zurückzukämpfen und tatsächlich ein noch besserer Spieler zu werden, ist für mich ziemlich unheimlich.“ Die Besessenheit und der Fleiß, die Zverev bewiesen hat, sind schlichtweg bemerkenswert.

Dankbarkeit und hoffnung
Kyrgios blickt dankbar auf jeden Moment zurück, den er auf dem Platz verbringen kann. Nach seiner Handgelenksrekonstruktion, die potenziell das Karriereende bedeutet hätte, schätzt er die Möglichkeit, überhaupt noch Tennis zu spielen. „Wenn ich also in diese Woche gehe, sind meine Erwartungen natürlich niedrig, aber gleichzeitig bin ich immer noch in der Lage, Chancen zu kreieren, um Matches zu gewinnen.“ Der Glaube ist noch da – die Hoffnung auf weitere Erfolge keimt auf.
