Gidsel enthüllt: so tickt der handball-welthandballer in der auswärts-hölle

Mathias Gidsel, das Ausnahmetalent der Füchse Berlin, hat in seinem Newsletter „The Gidsel Circle“ einen seltenen Einblick in seine mentale Vorbereitung und das Leben auf Auswärtsreisen gewährt. Was der Welthandballer über Busfahrten, Visualisierungen und die besondere Atmosphäre in gegnerischen Hallen verrät, ist faszinierend und zeigt, wie professionell Spitzensportler an ihre mentale Stärke arbeiten.

Die reise als teil der vorbereitung

Die Auswärtsfahrten der Füchse Berlin sind mehr als nur lange Bus- oder Zugfahrten. Gidsel beschreibt sie als eine Mischung aus entspannten Momenten – Kartenspiele, Netflix – und anstrengenden Phasen, besonders wenn man mit Kindern unterwegs ist. Doch je näher das Spiel rückt, desto stiller wird es im Berliner Bus. „Jeder Spieler geht seine eigenen Rituale durch“, so Gidsel. Er nutzt die Zeit für sich, um in die „Zone“ zu kommen und das bevorstehende Spiel zu visualisieren. „Ich sitze meistens etwas für mich allein und beginne, die Situationen zu sehen, die kommen könnten.“

Die auswärts-hölle: ein intensives gefühl

Die auswärts-hölle: ein intensives gefühl

Gidsel beschreibt das Gefühl, in einer gegnerischen Halle zu spielen, als „anders“ und „intensiv“. Die Atmosphäre, der Lärm, die Energie des Publikums – alles ist darauf ausgerichtet, die Mannschaft zu beeinflussen. „Wenn ich eine Sache nennen müsste, die man wirklich nur versteht, wenn man es selbst erlebt hat, dann ist es das Gefühl, eine Halle zu betreten, in der alles und alle gegen Dich sind.“ Er gesteht ein, dass es trotz mentaler Vorbereitung einen Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen gibt. Während ihm zu Hause die Energie quasi „geschenkt“ wird, muss er sie auswärts aktiv „aufrechterhalten“, was mehr mentale Kraft erfordert.

Mannschaftsgeist und familienbalance

Mannschaftsgeist und familienbalance

Trotz der Herausforderungen schätzt Gidsel die Zeit, die er mit seinen Teamkollegen auf Auswärtsreisen verbringt. „Man lernt sich auf eine andere Art kennen als im Alltag. Das ist Zeit, die man zu Hause nicht wirklich bekommt.“ Doch die langen Reisen gehen auch an die Familie. Vier Tage pro Woche sind die Füchse unterwegs, was eine ständige Balance zwischen sportlicher Verpflichtung und familiärer Nähe erfordert. „Es ist eine Balance, die ich immer wieder neu finden muss“, so Gidsel.

Die mentale Stärke, die Mathias Gidsel auf Auswärtsreisen demonstriert, zeugt von der hohen Professionalität im modernen Handball. Es ist nicht nur das körperliche Können, sondern auch die Fähigkeit, sich auf den psychologischen Aspekt des Spiels einzustellen, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Die Füchse Berlin können sich glücklich schätzen, einen Spieler wie Gidsel in ihren Reihen zu haben, der auch in der ungemütlichsten Arena seine Leistung abrufen kann.