Gibbs-white: vom tottenham-poker zum rettungshelden

Ein Wechseltheater, das in einem Fußballmärchen endete: Morgan Gibbs-White, einst vom Tottenham Hotspur heiß umworben, ist nun der Schlüsselmann im Abstiegskampf des Nottingham Forest – und könnte gleichzeitig den Spurs zum Klassenerhalt verhelfen, indem er ihnen den Abstieg antreibt. Eine ironische Wendung, die der Premier League in den letzten Wochen eine unerwartete Dramatik verliehen hat.

Der fast perfekte transfer, der scheiterte

Der fast perfekte transfer, der scheiterte

Letzten Sommer schien der Wechsel von Gibbs-White, der in Stafford im Jahr 2000 das Licht der Welt erblickte, zum Tottenham Hotspur bereits festzustehen. Die Spurs hatten offenbar die Ausstiegsklausel in Höhe von 69 Millionen Euro bei Nottingham Forest gezogen, doch dann folgte ein überraschender Einspruch: Forest drohte Tottenham mit einer Klage, da zuvor Gespräche mit dem Spieler ohne Zustimmung geführt worden waren. Der Deal platzte, und Gibbs-White verlängerte stattdessen seinen Vertrag bis 2028 bei seinem aktuellen Arbeitgeber – einem Verein, der bemerkenswerterweise nur zwei Europapokale, aber nur einen Meistertitel in seiner langen Geschichte vorweisen kann.

„Es war eine sehr stressige Zeit für mich und meine Familie. Es gab viele Dinge in meinem Privatleben, außerhalb des Fußballs, die es mir schwer machten, mich zu konzentrieren“, gestand der englische Nationalspieler, der nun eine entscheidende Rolle im Kampf um den Verbleib in der Premier League spielt. Die Umstände seines fast vollzogenen Wechsels sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass er nun möglicherweise den Abstieg des ehemaligen Serienmeisters Tottenham befördern könnte.

Das Hin- und Rückspiel gegen Tottenham endete beide Male mit einem deutlichen 3:0-Sieg für Forest. Ein besonders bitterer Moment für die Spurs war der Treffer von Gibbs-White im Rückspiel, der ehemalige Wolverhampton-Spieler bewies einmal mehr seine Vielseitigkeit und sein Torinstinkt.

Ein Karrierehighlight: Der erste Hattrick

Die Wende kam im Spiel gegen Burnley. Gibbs-White brillierte mit seinem ersten Hattrick in der Karriere und führte Forest zu einem wichtigen 4:1-Sieg. Ein Auftritt, der nicht nur die Hoffnung der Forest-Fans neu entfachte, sondern auch die Lage der Spurs weiter verschärfte. Mit 31 Punkten liegt Tottenham aktuell nur einen Punkt vor West Ham, während Forest mit 36 Punkten und Leeds mit 39 Punkten bereits enteilt sind.

„Drei sehr wichtige Punkte. Wir wussten von Anfang an, wie wichtig dieses Spiel war“, erklärte Gibbs-White nach dem Spiel und unterstrich seine Bedeutung für das Team. Er kommt in dieser Saison auf beeindruckende 15 Treffer (12 in der Premier League) und fünf Assists in 48 Spielen.

Trainer Vítor Pereira lobte seinen Spielmacher überschwänglich: „Er verdient es, weil er die Qualitäten eines Anführers besitzt. Wenn die Dinge nicht wie gewünscht laufen, verstecken sich viele Spieler, aber Morgan ist nicht so. Er will den Ball und übernimmt die Verantwortung, Tore zu schießen und Vorlagen zu geben.“

Die Ironie des Schicksals ist dabei kaum zu übertreffen: Der Spieler, der so knapp an einem Wechsel zu Tottenham vorbeigekommen ist, könnte nun maßgeblich dazu beitragen, dass der Verein aus Nordlondon erstmals seit 1977 in die zweite Liga absteigt. Ein dramatisches Kapitel in der Geschichte des englischen Fußballs, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.