Giants-eigentümer flieht vor epstein-schatten – nfl prüft machtwechsel
Steve Tisch will raus. Nicht aus der NFL, aber aus der ersten Reihe. Der 75-jährige Co-Owner der New York Giants hat bei der Liga offiziell beantragt, seine Anteile in Familien-Trusts umzuschichten – ein Manöver, das ihn ins Abseits drängt, während sein Name über 400 Mal in den neuen Epstein-Dokumenten auftaucht.
Die zahlen, die den klub beben lassen
Die Tisch-Familie kontrolliert 45 Prozent der Giants, Steve persönlich hält 7,1 Prozent. Rechnet man die Papiere seiner Geschwister Jonathan und Laurie dazu, kommen 21,3 Prozent zusammen – ein Paket, das künftig auf die Kinder der Drei fließen soll. Die NFL-Finanzkommission tagt bereits, intern ist man sich einig: Ein kompletter Verkauf an externe Investoren wäre das kleinere Übel gewesen, doch die Tisches wollen die Macht in der Dynastie halten, nur nicht mehr sichtbar.
Die Liga mag saubere Fronten. Und sie hasst Eskapaden, die Sponsoren nervös machen. Epic Airways, der Flugdienstleister der Giants, wurde erst kürzlich von einem Private-Equity-Fonds gekauft – ein Deal, der plötzlich neue Druckmittel liefert, sollte der Papa des aktuellen CMO künftig nur noch hinter einem Trust stehen.

Keine anklage, aber 400 nennungen
Steve Tisch bestreitet jede Straftat. „Wir tauschten E-Mails über erwachsene Frauen, Filme und Philanthropie“, sagt er. Die Insel von Jeffrey Epstein habe er nie betreten. Dennoch: Wer 400 Mal in Unterlagen auftaucht, die Sexualverbrechen dokumentieren, der wird zum Brandherd. Die NFL hat noch kein offizielles Verfahren eröffnet, doch in den Büros der 32 Teams kursiert bereits ein internes Memo: „Reputationelle Risiken priorisieren.“
Die Giants selbst halten sich bedeckt. Head coach Brian Daboll wurde instruiert, Fragen zum Eigentümer-Thema mit „Keine Kommentare“ abzuknallen. Die Spieler spüren trotzdem die Hitze. Saisonkarten-Neuverkäufe liegen laut Team-Quellen sieben Prozent unter Vorjahr – ein Wert, der in einer Megametropole wie New York so gar nicht passt.

Der sturz aus dem silbernen podest
Tisch war nicht nur Geldgeber, sondern auch Erzähler. Er holte die Drehkamera in die Kabine, produzierte Dokus über die Franchise-Geschichte und ließ Fans bei VIP-Events das Lombardi-Trophä-Relikt anfassen. Diese Inszenierung ist vorbei. Wer Anteile in Trusts parkt, verliert Stimmrechte. Die Kinder werden formell Eigentümer, aber Steve Tisch dürfte künftig nur noch als Berater fungieren – ein Schattengig, der sein Image nicht retten wird.
Die NFL ist ein Club, der seine Skandale verschiebt, nicht löst. Die Raiders zogen nach Las Vegas, die Panthers werden gerade verkauft, die Giants drängen einen Epstein-Verdächtigen in die zweite Reihe. Die Botschaft ist klar: Solange die Tickets laufen und die TV-Partner zahlen, ist jedes Machtvakuum verkraftbar. Die Frage ist nur, wie lange die Fans mitspielen. Denn eines ist sicher: Wenn die Giants im September 2025 ihren Heimauftakt feiern, steht Steve Tisch nicht mehr auf dem Feld, sondern irgendwo hinter kugelsicherem Glas – als Millionär, aber nicht mehr als Giant.
