Giampaolo zerstört parmas bollwerk – cremonesen-auswärtssieg sorgt für klassikerrausch

Drei Tage nach seiner Amtsübernahme lässt Marco Giampaolo die Grana-Tifosi jubeln: Bei seinem Debüt fegt die Cremonese mit einem 0:2-Sieg aus dem Tardini, schiebt sich auf Rang 15 und lässt Parma auf dem letzten Platz stehen. Die Tore: zwei Kunstwerke von Maleh und Vandeputte.

Der trainer weinte fast – und gab den spielern die schuld

„Ich habe mich gegriffen, als Maleh einnetzte“, sagt Giampaolo nach dem Schlusspfiff, seine Stimme bricht. „Die Jungs haben heute mehr gegeben, als ich ihnen einimpfen konnte.“ Die Aussage klingt wie ein Eigentor, ist aber Programm: Der 57-Jährige will keine Revolution, sondern eine Entfesselung. Seine Übungseinheit am Freitag: nur Positionswechsel und vertikale Pässe – kein Jogging, kein Taktikpapier. Ergebnis: 14 Balleroberungen im Mittelfeld, die meisten seit 14 Spieltagen.

Parma dagegen wirkt wie gelähmt. Coach Pecchia wechselt dreimal bis zur 60. Minute, doch die Statistik lügt nicht: Null Torschüsse aus dem Strafraum, 34-prozentige Zweikampfquote. Die Heimfans pfeifen, die Kurve schaltet auf Stumm. „Wir haben den Glauben verloren“, sagt Pecchia und tritt dabei gegen das Mikro – ein Bild, das in den sozialen Netzwerken binnen Minuten viral geht.

Die tabelle lügt nie – und cremona atmet auf

Die tabelle lügt nie – und cremona atmet auf

Mit 27 Punkten hat Cremonese Lecce eingeholt, die Abstiegszone rückt vier Zähler weg. Das nächste Duell: Heimspiel gegen Udinese, ebenfalls ein Kellerkind. Giampaolo nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wenn wir dort drei Punkte holen, sprechen wir nicht mehr vom Abstieg, sondern vom Klassenerhalt.“ Die Wettbüros shorten die Quoten für einen Cremonesen-Ligaverbleib von 3,8 auf 2,4 – ein Satz, der mehr sagt als jede Pressekonferenz.

Am Rande des Rasens steht Sportdirektor Beppe Iachini, der Giampaolo vor drei Tagen aus dem Nichts holte. Er pfeift die Hymne mit, dann verschwindet er im Spielertunnel. Seine Bilanz seit Januar: zwei Trainer, ein Sieg, ein Neuanfang. Die Kurve skandiert seinen Nachnamen – er aber weiß: Der erste Sieg ist nur ein Sieg, der zweite wäre ein Trend.