Giampaolo rettet cremonese aus der krise – tardini-duell wird zur zitterpartie

Die Cremonese zieht den Nothebel: Nach sieben Pleiten in Serie und dem Debakel von Florenz flog Fabio Nicola raus, Marco Giampaolo ist zurück. Am Samstag (15 Uhr) wartet gleich die Schicksalsfrage beim abstiegsbedrohten Parma – ein Spiel, das über die Saison der Grigiorossi entscheiden könnte.

Parma vs. cremonese: zahlen, die schreien

Parma vs. cremonese: zahlen, die schreien

21 Tore hat Parma in 29 Spielen geschossen – das ist nicht nur die schlechteste Offensive Italiens, sondern auch ein Geschenk für eine Gäste-Defensive, die 2026 noch kein einziges Mal die Null hielt. Doch der Schein trügt: Cremonese selbst hat seit dem 7. Dezember keinen Dreier mehr eingefahren und ist als einzige Serie-A-Mannschaft in diesem Kalenderjahr auf fremdem Platz komplett leer ausgegangen (0:12-Bilanz). Wer hier zittert, ist offen.

Die Wettmärkte spiegeln dieses Unentschieden-Drama wider: Ein torloser ersten Durchgang wird bei bet365 mit 1,91 bezahlt, die Punkteteilung zur Pause notiert überall bei 2,10 – ein Wink der Quotenkocher an Zweifler. Für mutige Tippierer bietet sich Cremoneses historische Serie an: Gegen Parma gab es in der ewigen Tabelle noch nie einen Auswärtssieg, die 4,15 von Marathonbet sind deshalb ein Statement.

Ein Name aber könnte diese Statistik kippen: Francesco Pellegrino. Der 24-jährige Stürmer erzielte acht der 21 Parma-Treffen – auch beim 1:4 gegen Turin war er zur Stelle. Die Cremonese-Abwehr um Ravanelli und Chiricheş kennt seine Bewegungsmuster nur aus Videoanalysen, live wurde er ihnen noch nie vorgeführt. Die 2,75, dass er jederzeit trifft, riechen nach Value.

Giampaolo muss improvisieren. Ohne den gesperrten Benali fehlt der Kopf im Mittelfeld, dafür rückt Gaetano Castrovilli als Freigeist neben Pickel und Buonaiuto. Der Plan: frühes Pressing, schnelle Umschaltung, die berühmte „verticalizzazione“, die ihn einst bei Sampdoria berühmt machte. Ob das reicht? Die letzte Trainingseinheit verriet: Giampaolo ließ seine Spieler elf gegen elf auf verkleinertem Feld duellieren – die Botschaft lautet: Zweikampf, Zweikampf, Zweikampf.

Am anderen Strafraum wartet Parma-Coach Cuesta auf den ersten Heimsieg seit dem 22. Februar. Die Fans haben Banner gehisst: „Ventiquattro punti, zero dignità“ – ein Seitenhieb auf die sportliche Leitung, die im Winter auf dem Transfermarkt schlief. Dabei wäre ein Sieg gegen den Angstgegner mehr als nur Befreiung: Mit 27 Zählern würde Parma die Abstiegszone verlassen und Cremonen in den freien Fall schicken.

Kick-off 15 Uhr, Tardini. Die Sonne wird auf die Tribüne brennen, doch die Hitze kommt von unten: 30.000 Zuschauer, eine ganze Region, atmen durch. Für Giampaolo ist es Spiel eins einer Mini-Meisterschaft mit sieben Endspielen. Wer hier verliert, kann im Mai nicht mehr von Pech sprechen – nur noch von eigener Inkompetenz.

Die Wette des Tages: Cremonese gewinnt 2:1 bei 13,00 – ein Quotenhammer, der die Angst der Buchmacher vor dem Unwahrscheinlichen offenlegt. Die Wahrheit wird sich am Rasen zeigen. Und sie wird gnadenlos sein.