Fabregas zerreißt vor pisa-spiel: „diao ist gereift – aber douvikas? keine crystal ball“

Cesc Fabregas kam nicht herum. Vor dem Top-Spiel beim FC Pisa stand der Como-Coach in der Pressekonferenz, und der erste Satz galt nicht dem Gegner, sondern einem Mann, den er nie persönlich kennenlernte: Michael Hartono, der Präsident des indonesischen Hauptsponsors, ist tot. „Ich möchte öffentlich sagen, dass wir einen Menschen verloren haben, der dieser Stadt und diesem Klub unendlich viel gegeben hat“, sagte Fabregas – und schickte damit einen Seufzer durch den Pressesaal, bevor er zur Taktik wechselte.

Respekt vor pisa, aber keine angst

„Angst ist das falsche Wort. Respekt ist richtig“, präzisierte der Spanier, als er gefragt wurde, ob Como vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.00 Uhr, Live auf Sky) die Hosen voll habe. Pisa hatte Cagliari mit zehn Mann geplättet, sprintet als Tabellenzweiter mit 21 Punkten aus den letzten neun Partien durch die Serie B. „Lebendig, nie müde, immer am Limit – das ist Pisa. Wir müssen mit der ersten Sekunde dagegenhalten, sonst werden wir weggespült“, warnte Fabregas.

Der 38-Jährige schwieg nicht über Einzelschicksale. Nicholas Gioacchini („neue Rolle, irre Mentalität“), Marko Baturina („zeigt endlich, warum wir ihn holten“) und Maxence Caqueret („bereit, reif, qualitativ stark“) bekamen öffentliche Liebesbriefe. Bei Diao – dem 20-jährigen Shootingstar – wurde es brisant. „Wenn er gegen den Ball ins Laufen geht und trifft, fragt jeder: ‚Wann spielt er von Beginn an?‘ Diao ist körperlich noch ein Rohling. Der Kopf ist stabil, aber wir müssen aufpassen, ihn nicht zu verbrennen.“

Douvikas: joker statt stammplatz-garant

Douvikas: joker statt stammplatz-garant

Derweil verteidigte Fabregas den Einwechsel-Plan von Fotis Douvikas gegen Roma. „Das war keine Experimentier-Lust. Es ist ein Match-Plan, der Raum und Zeit schafft.“ Dass der Grieche nicht startet, sei kein Makel. „Douvikas hatte schon Spiele von Anfang an – und keine Bude gemacht. Keiner von uns besitzt eine Glaskugel.“

Beim Thema Nationalteam ließ er die Katze aus dem Sack: „Je mehr Jungs nominiert werden, desto besser für uns. Aber bitte: Kopf auf Como, nicht auf Samoa.“ Dabei schielte er auf das Länderspiel-Fenster – und auf Lucas Butez. „Er ist bereit. Der CT entscheidet, aber ich sehe täglich, wie er die Linie hält.“

Zum Schluss ein Seitenhieb auf die Medien. „Manchmal reden wir 50 Minuten, und am Ende zählen zwei Sätze. Ich lieber rede über Fußball als über Gerüchte. Aber Respekt muss auf beiden Seiten stehen – sonst wird das Gespräch zur Schau.“

Como reist mit 22,8 Jahren Durchschnittsalter als jüngstes Team der Liga nach Pisa. Fabregas’ Fazit: „Jung heißt nicht grün. Jung heißt hungrig. Und Hungrige beissen sich fest – egal, wie laut die Gegner bellen.“