Ghana will: kann die 'black stars' an 2010 anknüpfen?
Ein Turnier, das die Welt in Atem hielt: 2010 erreichte Ghana sensationell das Viertelfinale der WM. Nun wagen die ‘Black Stars’ erneut den Angriff – und stehen vor einer Mammutaufgabe im Gruppenspiel gegen England und Kroatien.

Carlos queiroz: der taktikfuchs will wiederholen
Die Rückkehr von Carlos Queiroz auf die ghanaische Bank ist alles andere als eine Eintagsgeschichte. Der Portugiese, ein erfahrener Trainer mit WM-Erfahrung bei fünf verschiedenen Nationen, bringt eine disziplinierte und pragmatische Herangehensweise mit. Sein Fokus liegt auf defensiver Stabilität und schnellen Umschaltaktionen – eine Taktik, die gegen vermeintlich überlegene Gegner wie England und Kroatien durchaus aufgehen kann. Er versteht es, auch mit begrenzten Mitteln eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, und genau das wird er auch in diesem Turnier versuchen.
Ghana hat in der Qualifikation eine beeindruckende Leistung gezeigt und sich gegen starke Konkurrenten wie Mali und die Zentralafrikanische Republik durchgesetzt. Doch die jüngsten Ergebnisse in Freundschaftsspielen lassen Zweifel aufkommen. Nur ein Sieg aus den letzten sieben WM-Partien – das sagt etwas aus. Die Defensive ist nach wie vor das größte Problem. Zu viele individuelle Fehler und ein Mangel an Abstimmung kosten Ghana oft wertvolle Punkte. Die Abwehr muss sich deutlich stabilisieren, wenn Ghana in diesem Turnier eine Rolle spielen will.
Antoine Semenyo und Iñaki Williams sind die Hoffnungsträger im Angriff. Die beiden Flügelstürmer, die in England und Spanien auf hohem Niveau spielen, bringen die nötige Geschwindigkeit und Torgefahr mit. Besonders Semenyo, der bei Manchester City zum erweiterten Kreis gehört, könnte mit seinen blitzschnellen Konterläufen für gefährliche Situationen sorgen. Aber auch die Kreativität und Spielintelligenz von Kapitän Jordan Ayew sind entscheidend. Er war in der Qualifikation mit 14 Torbeteiligungen der Schlüsselspieler und muss auch bei der WM seine Form bestätigen. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Ayew ist der Dreh- und Angelpunkt der ghanaischen Offensive.
Die Erinnerungen an 2010 sind zwar wach, doch die Konkurrenz ist größer und die Erwartungen höher. Ghana muss sich auf seine Stärken konzentrieren, die Defensive verstärken und vor allem an die eigene Leistungsfähigkeit glauben. Die Gruppe ist hart, aber nicht unüberwindbar. Die Mannschaft hat das Potenzial, England und Kroatien vor große Probleme zu stellen. Ein Sieg gegen Panama wäre dann der Schlüssel zum Einzug ins Achtelfinale. Die Welt wird es sehen.
