Prostata-tumor: laser schaltet krebszellen aus – ohne organ zu verlieren

Die Angst vor der Prostata-Operation zerstört Männerleben. Jetzt kommt die Focal Laser Ablation – ein 30-minütiger Eingriff, der den Tumor punktgenau verödet und Potenz wie Kontinenz schont.

Der Trick: Statt der ganzen Drüse richtet sich der Laserstrahl nur auf die kranken Zellen. „Wir attackieren die Läsion, nicht das Organ“, sagt Dimitrios Choussos, Chefurologe des Istituto di Cura Città di Pavia. Seine Klinik hat die Methode seit 2022 bei 400 Patienten angewendet – mit einer Tumor-Kontrollrate von 96 % nach drei Jahren.

So funktioniert die stumme operation

Ein multiparametrischer MRT-Scan zeichnet den Tumor millimetergenau. Unter Dauer-Magnetkontrolle führt der Operateur eine dünne Laserfaser ein. Hitze von 90 °G verkokt die Krebszellen, während umliegendes Gewebe kalt bleibt. Die Patienten verlassen am selben Tag das Krankenhaus, Sport ist nach zehn Tagen wieder erlaubt.

Die Indikation ist klar: Gleason-Score 6 oder 7a, Tumorvolumen unter 1,5 cm³, keine Knochenmetastasen. Choussos verschickt die Kriterien per WhatsApp an urologische Kollegen – innerhalb von Minuten entscheidet sich, wer in Frage kommt. „Zeit ist Gewebe“, sagt er.

Deutschland hinkt hinterher

Deutschland hinkt hinterher

Während in Italien bereits jede dritte Prostata-Klinik das Verfahren anbietet, zählt Deutschland noch nicht einmal zehn Zentren. Die Kassen übernehmen die Kosten nur auf Antrag, Privatpatienten zahlen 8.000 Euro. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie listet die Methode noch als „experimentell“, obwohl die Daten längst vorliegen.

Die Zahl, die alles infrage stellt: 65 % der Männer leiden nach klassischer Prostatektomie an Erektionsstörungen. Bei der Laser-Ablation sind es 9 %. Die Rechnung ist dennoch offen: Die Kasse spart auf Jahre gesehen, weil Nachbehandlungen wegfallen. Doch bis die Karteien das kapieren, vergehen wieder Monate.

Choussos lacht trocken: „Wir haben die Technik, nicht das Tempo.“ Wer will, kann morgen fliegen – und mit dem Tumor zurückkommen, der nicht mehr fliegt.