Di salvo setzt auf 17-jährigen bayern-juwel: lennart karl soll u21 retten
Ein halbes Jahr nach seinem Bundesliga-Debüt rückt Lennart Karl direkt in die deutsche U21. Antonio Di Salvo nominierte den 17-jährigen Offensivspieler des FC Bayern für die EM-Quali-Spiele gegen Malta und Georgien – ein Schritt, der in der Vergangenheit selbst Spielern wie Jamal Musiala verwehrt blieb.
Warum ausgerechnet jetzt?
Elf Einsätze, zwei Traumtore aus 25 Metern, null Nervenflattern. Karl lieferte in dieser Saison bei den Profis Argumente, die selbst den größten Skeptiker verstummen lassen. Di Salvo braucht frisches Tempo auf den Außen, nachdem die U21 zuletzt gegen Polen und Bulgarien punkte- und ideenlos wirkte. Der Bayern-Junge soll die Impulse setzen, die der bisherige Kader nicht findet.
Dabei ist Karl noch gar kein Stammgast in der U19. Er schwankte zwischen Profi-Kader und Jugend, trainierte mit Thomas Müller und Leroy Sané, lernte, wie man sich in engen Räumen befreit. Diese Lektionen nimmt er mit ins Nationalteam. „Er soll diese Erfahrung mitnehmen und für seine künftige Entwicklung nutzen“, sagte Di Salvo, ohne viel Tamtam. Die Botschaft: Kein Marketing-Gag, sondern echte sportliche Notwendigkeit.

Ibrahimovic als zweiter neuling
Neben Karl rückt auch Arijon Ibrahimovic ins Aufgebot. Der 19-jährige Offensivspieler, an Heidenheim ausgeliehen, steht vor seinem ersten U21-Einsatz. Bei den Zebras sammelte er 622 Minuten Spielzeit, erzielte ein Tor, bereitete zwei vor. Di Salvo lobte „gute Leistungen in den vergangenen Wochen“, doch hinter der Nominierung steckt auch ein Kalkül: Mit Karl und Ibrahimovic verfügt die U21 über zwei Spieler, die zwischen den Linien dribbeln können, statt nur Kantenlauf zu betreiben.
Die Qualifikation für die EM 2025 steht auf des Messers Schneide. Nach vier Spielen liegt Deutschland nur auf Rang drei hinter Polen und Israel. Gegen Malta (14. November, 18 Uhr) und drei Tage später in Georgien sind sechs Pflicht-Punkte fällig, sonst droht das Aus im Frühjahr.
Die Nervosität ist programmiert, doch Karl wirkt unberührt. In der Allianz Arena feuerte er gegen Gladbach sein erstes Bundesliga-Tor unter die Latte – mit links, aus halblinker Position, keine Sekunde Bedenkzeit. Genau diese Kaltblütigkeit will Di Salvo auf dem kleinen Rasen in Ta‘ Qali sehen.
Am Ende zählt nur eins: Wenn der 17-Jährige in Malta ein Tor schlenzt, vergisst niemand mehr, dass die U21 schon gegen den Amateurenfaktor gescheitert war. Und dann spricht keiner mehr von Krisen, sondern vom nächsten Bayern-Geniestreich.
