Darm-routine: experten streiten sich um häufigkeit!
Wie oft sollten wir wirklich auf die Toilette? Eine Frage, die Experten spaltet und zu hitzigen Debatten führt. Während die FEAD (Fundación Española del Aparato Digestivo) einen gesunden Bereich zwischen drei Mal pro Woche und dreimal täglich nennt, warnen andere vor den Folgen von Vernachlässigung.
Die 24-stunden-regel: ein schlüssel zum wohlbefinden
Im Podcast 'Die rote Treppe' wurde das Thema unter die Lupe genommen, mit Expertin Elsa Viñuela Álvarez als Gast. Ihre These ist klar: “Wir haben es normalisiert, nur einmal täglich Stuhlgang zu haben, und das empfinden wir nicht als Verstopfung.” Viñuela Álvarez betont, dass der Körper Nahrung innerhalb von 24 Stunden ausscheiden sollte. Bleiben Nährstoffe und unverdaute Reste im Darm, spricht sie von Verstopfung – ein Zustand, der nicht ignoriert werden sollte.
“Wenn der Körper nicht das ausscheidet, was er aufgenommen hat, ist das brutal”, erklärt die Expertin. Sie verweist darauf, dass der Darm sich an eine eingeschränkte Ausscheidung gewöhnen kann, insbesondere wenn äußere Faktoren eine Rolle spielen.

Stress, scham und der darm: ein gefährliches zusammenspiel
Viñuela Álvarez macht auf ein Phänomen aufmerksam, das viele Betroffene kennen: der Stress, der uns morgens überkommt. “Viele von uns rennen morgens gestresst aus dem Haus und nehmen sich keine Zeit für die Toilette.” Dieser Stress signalisiert dem Körper, sich zu verschließen. Besonders bei Frauen, die Scham oder Ekel vor öffentlichen Toiletten empfinden, kann dies zu chronischer Verstopfung führen. “Wir geben unserem Darm ständig falsche Signale und er gewöhnt sich daran, sich zu verschließen, sobald es auch nur im Entferntesten möglich ist.”
Die Konsequenz ist ein Teufelskreis: Der Darm wird immer träger, und die Verstopfung verschlimmert sich. Es ist ein Prozess, der sich über Jahre hinweg entwickeln kann, wenn wir unseren Körper immer wieder dazu zwingen, seine natürlichen Bedürfnisse zu unterdrücken. Die Warnung der Expertin ist eindeutig: Hören Sie auf Ihren Körper und nehmen Sie sich die Zeit, auf seine Signale zu achten – bevor es zu spät ist.
Die Zahl der Betroffenen steigt, und die Folgen reichen von lästigen Beschwerden wie Hämorrhoiden bis hin zu ernsthaften Gesundheitsproblemen. Es ist an der Zeit, das Tabu rund um das Thema Darmgesundheit zu brechen und offen über unsere Bedürfnisse zu sprechen. Denn ein gesunder Darm ist die Basis für ein gesundes Leben.
