Bewegung hält das gehirn jung: studie liefert durchbruch

Ein Jahr lang trieben 130 Erwachsene regelmäßig Sport – und ihre Hirnalterung verlangsamte sich messbar. Das ist kein Marketingversprechen, sondern das Ergebnis einer Langzeitstudie, die kürzlich im Journal of Sport and Health Science erschien. Das Forscherteam um Daniele Particelli beobachtete, dass schon moderate körperliche Aktivität die grauen Zellen um bis zu drei Jahre „verjüngt“.

Warum das gehirn auf bewegung anspringt

Die Probanden trainierten nicht wie Leistungsathleten. Dreimal pro Woche 30 Minuten zügiges Gehen, einmal Krafttraining – fertig. Trotzdem zeigten ihre MRT-Bilder nach zwölf Monaten eine höhere Dichte im Hippocampus, jener Region, die Erinnerungen verankert. Die Kontrollgruppe, die auf der Couch blieb, verlor in gleichen Zeitraum Volumen. Das Gehirn schrumpft ab, wenn wir uns nicht bewegen.

Der Mechanismus ist simpel: Bewegung treibt den Blutfluss an, Sauerstoff und Nährstoffe fluten durch die Schlagadern. Gleichzeitig schüttet der Körper BDNF aus, ein Protein, das Nervenzellen verknüpft und wie Dünger wirkt. Wer Sport verweigert, produziert weniger davon – und merkt es. Vergesslichkeit, Konzentrationslücken, schlechtere Stimmung.

Die zahl, die niemand erwartet

Die zahl, die niemand erwartet

Die Studie liefert eine weitere Überraschung: Bereits 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche reichen aus, um das Demenzrisiko um 28 Prozent zu senken. Das entspricht gerade mal zwei Folgen Lieblingsserie auf dem Stepper. Wer doppelt so viel Bewegt, kann das Risiko fast halbieren. Die Wissenschaftler sprechen von einer „dosisabhängigen Schutzwirkung“, für Laien heißt das: mehr Bewegung, mehr Hirn.

Die gute Nachricht: Man muss keinen Marathon laufen. Ein Gang zur U-Bahn, Treppen steigen, Samstagsspaziergang – jeder Schritt zählt. Die schlechte: Wer stillsitzt, lässt das Gehirn buchstäblich schrumpfen. Die Wahl liegt auf dem Tisch, oder besser: auf dem Laufband.