Arsenal raubt bayer spät den sieg – doch der mutmacher heißt kofane
Der Schlusspfiff war längst verklungen, da stand Robert Andrich noch immer im Mixed-Zone-Tunnel und schüttelte den Kopf. 1:1 gegen Arsenal, weil der Schiri in der 89. Minute auf den Punkt zeigte – und Kai Havertz eiskalt verwandelte. Tillmans Grätsche? „Kein Elfmeter auf dieser Welt“, knurrte der Bayer-Kapitän. Doch genau in diesem Satz steckt der Befreiungsschlag der Werkself: Denn wer sich über so eine Pfeife ärgert, hat gespürt, dass mehr drin war. Und genau das war längst nicht selbstverständlich.
Die lektion von london: bayer spielt arsenal an die wand – bis der ref dazwischengrätscht
60 Minuten lang sah der Premier-League-Tabellenführer alt aus. Gabriel und Saliba, sonst ein Bollwerk, wussten mit Kofanes Tempo und Andrichs Präsenz keinen Reim zu machen. Leverkusen wechselte im Minutentakt zwischen Viererkette und Fünferkette, spielte sich mit kurzen Kombinationen aus dem Pressing heraus und schickte den 19-jährigen Sturmbolzen immer wieder in die Tiefe. Ergebnis: zwei Riesenmöglichkeiten, ein Kopfballtor – und ein Arsenal, das mit zwei Torschüssen seine bisherige CL-Bilanz auf Null stellte.
Die Statistik, die niemand erwähnt: Erstmals in dieser Saison blieb Arsenal ohne Sieg. Erstmals kamen die Gunners nur auf zwei Großchancen. Und erstmals liefen sie einem Gegner hinterher, der nicht mal drei Tage zuvor noch gegen Bochum gezittert hatte. Kasper Hjulmand hatte seine Mannschaft vom 2:7-Trauma gegen PSG befreit – und das mit derselben Startelf, die in der Liga zuletzt als „müde“ und „ideenlos“ durchs Mikro gegangen war.

Kofane statt schick: der plan für bayern und rückspiel steht
Patrik Schick saß 90 Minuten auf der Bank, weil seine Adduktoren noch zicken. Kofane lief – und lief Arsenal tot. Seine 15 Sprints in die Tiefe zwangen Saliba ins Sprintduell, zwangen Arteta, Zinchenko zu bringen, zwangen Arsenal, die Kette zurückzuziehen. „Er hat uns die Räume gegeben, in denen wir leben können“, sagte Hjulmand, ohne das Wort „Schick“ auch nur einmal zu erwähnen. Die Botschaft ist klar: Wer so ein Pressing-Monster braucht, bekommt ihn. Schick wird gegen Heidenheim einspielen dürfen – gegen Bayern und im Rückspiel muss Kofane von Anfang an laufen.
Das 1:1 wirkt deshalb wie ein Sechser im Lotto: Weil Bayer jetzt weiß, dass es funktioniert. Weil die Elf das Tempo durchhält, weil Andrich und Palacios 59 % der Zweikämpfe gewannen, weil die Ecke vor dem 1:0 eine Arsenal-Variante war – und weil selbst Arteta hinterher zugeben musste: „Wir haben Glück gehabt.“

Der dreifach-knaller kommt: bayern, arsenal, heidenheim – mit neuem selbstbewusstsein
Vor drei Wagen wirkte Leverkusen wie ein LKW mit leerem Tank. Jetzt rollt der Motor wieder. Die Länderspielpause kommt zur rechten Zeit – nicht zur Erholung, sondern zur Feinjustierung. Gegen Bayern wird Kofane die Saliba-Gabriel-Abnutzung fortsetzen, dann reist die Werkself als Jäger nach London. Und genau darin liegt der eigentliche Gewinn des 1:1: Es ist kein Schicksal mehr, sondern eine Option. Wer Arsenal so ärgern kann, darf im Emirates Park lautstark von einem Finale träumen. Und wer träumt, braucht keinen Elfmeter – nur den nächsten Pass in die Tiefe.
