Aromasticks im wasser: wirklich ohne kalorien oder nur heiße luft?

Milano, 15. Juni – 15:14 Uhr Die bunten Sticks und Pulver, die derzeit in jeder Drogerie reihenweise ausverkauft sind, versprechen Geschmack ohne Reue. Doch was steckt wirklich dahinter? Der Ernährungsbiologe Dr. Riccardo Roveda lüftet das Geheimnis und liefert eine klare Einschätzung, die manche Influencerin in die Ecke drängt.

Die illusion der geschmacklosen kalorie

„Sie tun nichts weiter, als dem Wasser eine Note zu verleihen“, erklärt Roveda im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. Kein Zucker, kaum Kalorien – auf dem Papier klingt das perfekt. Doch der Experte warnt: „Wer denkt, damit sei die tägliche Flüssigkeitszufuhr automatisch gelöst, überschätzt die Sticks.“ Tatsächlich handele es sich lediglich um Aromaträger, die den Durst nicht lösen, sondern nur kaschieren.

Die Gefahr liegt im Detail. Viele Hersteller setzen auf Süßstoffe wie Aspartam oder Acesulfam-K, die zwar kalorienfrei sind, aber dennoch den Insulinspiegel anregen können. „Wer abnehmen will, sollte genau hinschauen“, so Roveda. „Ein falscher Insulinimpuls kann den Fettstoffwechsel bremsen.“

Soft-drink oder aromatisiertes wasser – wer gewinnt?

Soft-drink oder aromatisiertes wasser – wer gewinnt?

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Ein klassischer Soft-Drink liefert rund 10,6 g Zucker pro 100 ml – also über 40 Kalorien. Die aromatisierten Sticks liegen bei nahezu null. Doch der Geschmack kostet. „Der Körper erwartet Zucker, bekommt aber keine Energie. Das kann zu Heißhunger führen“, warnt Roveda. Für Sportler ist das ein Luxusproblem: Wer täglich zwei Stunden trainiert, verliert schnell zwei Liter Flüssigkeit. Hier helfen die Aromasticks, die Trinkmenge zu erhöhen – vorausgesetzt, man trinkt tatsächlich mehr und ersetzt nicht einfach nur Soft-Drinks.

„Wer sonst nur Kaffee und Cola trinkt, profitiert trotzdem“, so Roveda. „Aber wer denkt, damit sei die Arbeit getan, täuscht sich.“ Fakt ist: Die Sticks sind kein Allheilmittel, sondern maximal ein motivierender Trick für Wassermuffel.

Die bittere wahrheit am ende

Die bittere wahrheit am ende

Rovedas Fazit fällt knallhart aus: „Wenn du ohnehin schon genug trinkst, brauchst du die Sticks nicht. Wenn du aber sonst nur mit Mühe ein Glas Wasser runterbekommst, kannst du sie nutzen – solange du weißt, dass sie nur ein Werkzeug sind.“ Die Botschaft ist klar: Die Sticks sind kein Zauberstab, sondern ein Kompromiss. Und Kompromisse haben ihren Preis. Frag dich nur, ob du bereit bist, ihn zu zahlen.