Spanien gegen serbien: 94 jahre nach dem ersten klassiker von 1932

Am Sonntag rollt in Villarreal der Ball, und die Uhr springt zurück auf den 24. April 1932. Spanien trifft auf Serbien – die Nachfolgerin Jugoslawiens – und damit auf jene Nation, mit der vor 94 Jahren eine Rivalität begann, die später zu einem echten Fußball-Klassiker avancierte. Die Bühne: das Estadio de la Cerámica. Das Déjà-vu: ein neues Stadion, ein Sturm und ein Torjäger, der sich in die Geschichtsbücher schießt.

Barrikaden im buenavista: lángaras einsamer tag der wahrheit

Der Schauplatz war damals Asturien, das Revier der Bergleute und der Revolution. Oviedos Buenavista-Stadion war gerade erst fertig, 20.000 Zuschauer pressten sich an einem verregneten Sonntag auf die Tribünen – und sangen schon nach 25 Minuten das 1:0. Der Torschütze: Isidro Lángara, Stürmer des FC Oviedo, bis dato nur in der Segunda División unterwegs, aber mit 23 Treffern in 18 Spielen. Die Presse hatte ihn „den berühmten Schützen“ getauft, Nationaltrainer José María Mateos hatte ihn trotz eines enttäuschenden Probespiels nominiert. Was folgte, war ein fußballerisches Feuerwerk im Schlamm.

In nur fünf Minuten fiel alles, was an diesem Tag zählte: Lángara köpfte zum 1:0, Luis Regueiro erhöhte auf 2:0, und der Jugoslawe Vujadinović gelang der Anschlusstreffer. Mehr nicht. Aber die Bilder blieben: ein Neubau, der Regen, der Rasen, der sich in eine Schlammpiste verwandelte, und ein Stürmer, der bewies, dass Zweitligatore ebenso zählen können wie Primera-Tore – wenn der Moment stimmt.

Rekordjäger mit start-up-charakter: fünf tore in 90 minuten

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Lángara kehrte zwei Jahre später zurück – und schraubte die Latte für spanische Nationalstürmer in die Höhe. Am 11. März 1934 netzte er fünfmal gegen Portugal ein, ein Rekord, der bis heute Bestand hat. Die Karriere des Mannes, der ursprünglich als „nur ein Segunda-Torjäger“ galt, wurde zur Legende. Serbien wird heute versuchen, neue Helden zu bauen. Spanien hat schon einen, der einst in der zweiten Liga startete und dennoch Geschichte schrieb.

Der Ball rollt wieder in Villarreal. Das Regenradar verspricht Trockenheit, das Stadion fasst 23.500 – und die Nachfolger von Lángara und Vujadinović jagen dem nächsten Klassiker hinterher. Die Frage ist nicht, ob Geschichte geschrieben wird, sondern von wem. Die Antwort liefert der Rasen, nicht das Archiv.