Giovanni ferrara stirbt: palermo trauert um den präsidenten der wiedergeburt
Giovanni Ferrara ist tot. Der Mann, der Palermo FC nach der Auspeitschung 1986 zurück ins Leben holte, starb am Montagmorgen im „Civico“ von Palermo – 75 Jahre alt, unerwartet, nach einem plötzlichen Kreislaufkollaps.
Der Käseunternehmer aus Alcamo übernahm 1988 den Klub, als die Rosanero zwischen Serie C1 und der Bedeutungslosigkeit schwankten. Zwölf Jahre hielt er durch, zwölf Jahre ohne Liga-Präsidenten-Gehalt, dafür mit unzähligen Nächten im Stadio La Favorita, in denen er die Flutlichter selbst finanzierte. Die große Belohnung: der Coppa Italia Serie-C-Triumph 1993, Trainer Orazi, Kapitän Arcoleo – das „Palermo der picciotti“, wie die Tifosi das Team bis heute nennen.
700 000 Euro steckte Ferrara 1993 allein in neue Kabinen, Heizstrahler und Videowände – ein Vermögen für einen Mittelständler, der seine Käsefabrik „Pasta Ferrara“ zeitweise verpfändete, um den Spielbetrieb am Laufen zu halten. „Ich habe keine Aktien, ich habe Palermo“, sagte er damals in einem Radio-Interview. Der Satz wird nun auf Fahnen im Curva Nord stehen.

Der präsident, der keine schulden hinterließ
Andere Klubbosse schrieben rote Zahlen. Ferrara hinterlässt eine saubere Bilanz – und eine emotionale. 2000 trat er zurück, weil die Serie B-Pläne mit neuen Investoren scheiterten. Palermo stieg 2001 trotzdem auf, aber ohne ihn. Seitdem lebte er zurückgezogen, besuchte aber jedes Heimspiel, saß stets in Reihe 3, Block D, ohne Ehrenplatz, ohne Bodyguards.
Am Montagabend zündeten Fans vor dem Civico Kerzen an. Bürgermeister Roberto Lagalla kündigte eine Straßenumbenennung an: „Via Giovanni Ferrara“ wird künftig zum Stadion führen. Palermo FC veröffentlichte ein Schwarz-Rosa-Banner mit der Nummer 75 – sein Alter, sein neues Trikot.
Ferrara hinterlässt seine Frau Rosa, drei Kinder und sieben Enkel. Die Beisetzung findet am Freitag um 10 Uhr auf dem Cimitero di Sant'Orsola statt – mit dem offiziellen Klubbus als Leichenwagen. Der letzte Platzwagen, den er selbst bestellt hatte.
