Sommermärchen 2006: ein eigentor, das geschichte schrieb

Vor 20 Jahren begann Englands WM-Kampagne in Deutschland mit einem kuriosen Moment: Ein Eigentor, das nicht nur das früheste der Turniergeschichte war, sondern auch ein Sommermärchen anzettete. David Beckham, der unumstrittene Leader der Three Lions, eröffnete das Kapitel, das viele Fans bis heute mit bittersüßen Erinnerungen verbindet.

Beckhams freistoßspezialität und ein überraschender torwartwechsel

Am 9. Juni 2006, in einem Stadion voller Erwartungen, stand Beckham am Ball, rund 25 Meter vor dem Tor Paraguays. Der Freistoß, ein Markenzeichen des englischen Spielers, fand seinen Weg – indirekt. Carlos Gamarra, Paraguays Kapitän, lenkte die Kugel unglücklich ins eigene Netz. 1:0 für England nach gerade einmal 2:44 Minuten. Ein Rekord, der damals für Aufsehen sorgte, und der den Ton für das Spiel vorgab.

Doch die Geschichte nahm eine unerwartete Wendung. Nur zwei Minuten später, bei einer Rettungsaktion, verletzte sich Paraguays Torwart Justo Villar schwer und musste ausgewechselt werden. Ein weiterer WM-Rekord: Noch nie zuvor war ein Torwart in so kurzer Zeit während eines Turniers ausgetauscht worden. Der plötzliche Wechsel raubte Paraguay die Fassung und gab England einen zusätzlichen psychologischen Vorteil.

Es war ein Auftakt voller Überraschungen, der allerdings nicht die Dominanz widerspiegelte, die man von einem klaren Favoriten wie England erwarten würde. Das Spiel verflachte zusehends, England zog sich zurück, und es blieb beim knappen 1:0 – ein glanzloser Sieg, der dennoch einen Platz in den Annalen des Fußballs fand.

Von hoffnungen und elfmeterschießen: englands weg im turnier

Von hoffnungen und elfmeterschießen: englands weg im turnier

Die weitere Turnierverlauf der Three Lions war geprägt von Höhen und Tiefen. Siege gegen Trinidad und Tobago und ein knappes Unentschieden gegen Schweden sicherten England den Gruppensieg. Im Achtelfinale gegen Ecuador zeigte man dann eine stärkere Leistung. Doch im Viertelfinale gegen Portugal kam das Aus – erneut im Elfmeterschießen. Ein tragischer Moment für die englische Nationalmannschaft, der die vermeintliche goldene Generation erneut enttäuschte. Lampard, Gerrard und Carragher scheiterten von der Elfmeterpunkt – ein fast schon ironisches Ende für ein Turnier, das mit so vielversprechendem Beginn begann.

Die Ironie des Schicksals: Nur zwölf Jahre später, bei der WM 2014, wurde Beckhams Eigentorrekord von Sead Kolasinac im Spiel gegen Argentinien übertroffen. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Fußball oft unvorhersehbar ist und dass selbst die größten Stars nicht vor Fehlern gefeit sind.