Schock in kiew: raketenangriff zerstört wohnhaus – kostyuk spielt unter tränen

Die Nacht zum Sonntag in Kiew war erneut von Sirenengeheul und Explosionen überschattet. Ein russischer Raketenangriff traf die ukrainische Hauptstadt, wobei ein Wohngebäude in unmittelbarer Nähe zum Haus der Eltern der Tennisspielerin Marta Kostyuk schwer beschädigt wurde. Die Ereignisse überschatteten ihr erfolgreiches Erstrundenspiel bei den French Open.

Stadion lobanovskyi beschädigt, sicherheit verstärkt

Neben dem Wohngebäude wurde auch das Valeriy Lobanovskyi-Stadion, Heimspielstätte der Dynamo Kiew, beschädigt. Zwar blieb das Spielfeld selbst unversehrt, doch die beschädigten Fenster und die allgemeine Zerstörung führten zur Verschiebung des Spiels gegen Kudrivka. Die Verantwortlichen haben die Sicherheitsvorkehrungen drastisch erhöht, um Spieler, Mitarbeiter und Zuschauer bestmöglich zu schützen. Die Situation in der Stadt ist jedoch weiterhin angespannt, und die Zerstörung von Wohngebäuden ist ein ständiger Albtraum für die Bevölkerung.

Kostyuk, die ihre Partie gegen die Spanierin Oksana Selekhmeteva in zwei Sätzen gewann (6:2, 6:3), brach nach dem Match in Tränen aus. „Heute Morgen wurde ein Gebäude nur 100 Meter von meinem Elternhaus zerstört. Hätte es nur ein bisschen weiter gelegen, hätte ich meine Mutter und meine Schwester verloren“, sagte sie sichtlich bewegt. Ein Foto, das ihre Mutter ihr aus dem Fenster schickte, zeigte ein ausgebranntes, dem Erdboden gleichgemachtes Gebäude. Die emotionale Belastung war für die 20-jährige Spielerin offensichtlich enorm.

„Ich habe heute für mein land gespielt“

„Ich habe heute für mein land gespielt“

„Es war eines der schwierigsten Spiele meiner Karriere“, gestand Kostyuk. „Ich habe einen Großteil des Vormittags damit verbracht, zu weinen. Ich bin froh, dass ich als erste gespielt habe, denn ich weiß nicht, wie ich mich später hätte konzentrieren können.“ Doch sie lenkte den Fokus von ihrer persönlichen Situation ab und betonte ihre Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung: „Ich möchte nicht über mich selbst sprechen. Meine Gedanken sind beim ukrainischen Volk, das jeden Tag weiterkämpft.“ Mit dem Schlachtruf „Slava Ukraini!“ – „Ruhm der Ukraine!“ – beendete sie ihre Aussage, ein Zeichen des Widerstands, das seit der russischen Invasion im Jahr 2022 immer häufiger verwendet wird.

Während der internationale Sport sich möglicherweise an die anhaltende Krise gewöhnt hat, betont Kostyuk, dass sie die Situation täglich erlebt. „Ich habe mich daran gewöhnt, dass die Welt das vergisst, aber ich lebe es jeden Tag. Ich nutze meine Stimme, um daran zu erinnern, was passiert.“ Auch andere ukrainische Tennisspielerinnen setzen auf ihre Weise auf den internationalen Appell für ihr Land. Kostyuk, die als Teenager die Anfänge des Krieges miterlebte, erinnert sich an die Angst und Unsicherheit dieser Zeit: „Der Beginn des großflächigen Krieges war der schwierigste Moment, weil man nicht wusste, was passieren würde. Meine ganze Familie war da, wir waren 17 in einem Haus. So etwas ist noch nie so nah an meiner Familie passiert, und das macht es für mich emotional so wichtig.“

Trotz der persönlichen Tragödie und der anhaltenden Bedrohung durch den Krieg findet Kostyuk Kraft in der Unterstützung ihrer Landsleute: „Das ukrainische Volk ist mein größtes Vorbild. Ich habe nie in Erwägung gezogen, nicht zu spielen. Ich wusste, dass viele mich unterstützen würden.“ Mit einem entschlossenen Blick und dem Ruf „Slava Ukraini!“ tritt sie für ihr Land und ihre Überzeugungen auf.