Augsburg kassiert klatsche: 2:5-pleite wirft fragen über fragen auf

Ein Auftritt, der selbst beim abgebrühtesten Fan die Mundwinkel nach unten zieht. Der FC Augsburg kassierte am Samstag eine 2:5-Packung gegen den VfB Stuttgart – und das in der WWK-Arena, wo sonst die Punkte bleiben. Fünf Gegentore? Dazu zwei eigene Treffer, die nur das Ergebnis schmälern. Die dritte Pleite in Serie wirft ein Schlaglicht auf ein altes Problem: Wenn der Druck sinkt, sinkt auch die Leistung.

Kein zweikampf, keine ordnung, kein plan

Was Kapitän Keven Schlotterbeck nach Abpfiff „schwer in Worte zu fassen“ fand, ließ sich in 90 Minuten auf dem Rasen ablesen: Die Viererkette stand wie ein Häuschen aus Karten, die Außenbahnen waren Autobahnen für Stuttgarts Flügelspieler, und die zweiten Bälle landeten durchweg in Rot-Weiß. Deniz Undav netzte schon früh zur Führung ein, ehe die Schwaben das Tempo nach Belieben schalteten. 2:0, 3:0, 4:1 – die Augsburger Abwehr wirkte wie gelähmt.

Der bittere Vergleich drängt sich auf: Die erste Hälfte erinnerte an das 0:6 gegen RB Leipzig aus der Hinrunde, jene Nacht, die Sandro Wagner das Genick brach. Jetzt steht mit Manuel Baum ein neuer Coach am Spielfeldrand, doch die Rückfälle sind die gleichen. Die Mannschaft, die sich nach dem 0:4 in Gladbach neu aufrichtete und bis zuletzt solide wirkte, zeigte plötzlich wieder die alte Fragilität.

Die angst vor der torsperre

Die angst vor der torsperre

Sieben Spieltage sind noch zu absolvieren, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt sieben Punkte – rein rechnerisch kein Grund zur Panik. Doch die TV-Prämie, die zwischen Tabellenplatz zwölf und fünfzehn mehrere Millionen Euro schwankt, sowie das Selbstvertrauen für die kommende Planung geben den Ton an. Augsburg darf sich nicht kleiner machen, als es ist. Der Kader ist zu gut für den Abstiegskampf, zu inkonsistent für die obere Tabellenhälfte.

Der nächste Gegner ist der Hamburger SV, danach kommt Hoffenheim, das auf Champions-League-Ränge lauert. Zwei weitere Niederlagen und plötzlich rückt der Relegationsrang wieder in Sichtweite. Schlotterbeck weiß, was zu tun ist: „Wir müssen wieder dahin kommen, dass es nicht ums Reden, sondern ums Machen geht.“ Die Worte klingen wie ein Appell an die eigene Geschichte – und an ein System, das endlich funktionieren muss, bevor die Geschichte sich wiederholt.