Allegri und nicola: zwischen scheidung und trauer verbindet sie ein geheimnis

Am Mittag stehen sie sich gegenüber: Massimiliano Allegri und Davide Nicola, zwei Trainer, die das Leben unterschiedlicher nicht hätte verlaufen lassen können. Der eine flüchtet vor Ehe und Verpflichtungen, der andere baute eine Großfamilie auf und überlebte den Tod seines Sohnes. Doch hinter den Kulissen von Cremonese gegen Milan schwingt mehr als drei Punkte.

Gigi De Canio, der beide in Pescara betreute, lüftet den Vorhang: „Davide hatte diese spielerische Lebendigkeit, die Trainer lieben. Max war Charakter, er half mir als Kapitän.“ Ein Satz, der in der aktuellen Serie A brisanter wirkt als jede Tabelle.

Die ungleichen brüder der serie a

Die ungleichen brüder der serie a

Allegri tritt mit dem Charme des ewigen Singles an, immer auf der Flucht vor dem nächsten Vertrag. Nicola dagegen führt fünf Kinder durchs Leben, nachdem er 2020 Alessandro verlor. Was sie verbindet, ist kein öffentlicher Pakt, sondern ein stilles Bündnis aus Trainingsplatz-Erinnerungen und gemeinsamen Niederlagen gegen den Ballast der Erwartung.

De Canio erinnert sich, wie Nicola nach jeder Niederlage als Erster wieder auf dem Platz stand, um Eckstöße zu schießen. Allegri hingegen verschwand mit einem Lachen, das keiner zu deuten wagte. „Unterschiedlich wie Tag und Nacht“, sagt der 65-Jährige, „aber in der Defensivarbeit waren sie Brüder.“

Heute treffen ihre Philosophien aufeinander: Cremonese, die seit acht Spielen nicht mehr gewannen, und Milan, die vor der Champions-League-Qualifikation zittern. Für Nicola ist es die Chance, aus der Abstiegszone wegzukommen; für Allegri, dem die Meisterschaft entglitten ist, ein Prestige-Duell gegen den Freund, der nie ein Wort über ihn verlor.

Die Zahlen sind gnadenlos: Milan erzielte in den letzten fünf Auswärtsspielen nur vier Tore, Cremonese kassierte zu Hause im Schnitt zwei pro Partie. Doch Zahlen kennen keine Freundschaft. „Wenn der Ball rollt, zählt nur, wer zuerst wieder aufsteht“, sagt De Canio. Das war schon in Pescara so, und es wird heute wieder so sein.

Am Ende steht nicht nur ein Ergebnis, sondern ein Blick über den Rasen: zwei Männer, die das Leben unterschiedlich definierten, vereint durch die Liebe zu einem Spiel, das keine Garantien gibt. Wer gewinnt, wird sich nicht umarmen. Ein Handzeichen reicht. Die Freundschaft ist stärker als jede Schlagzeile.