Eishockey-legende branduardi verstummt für immer
Mailand trauert um Giampiero
Branduardi, eine Ikone des italienischen Eishockeys. Der Stürmer, der maßgeblich an den Erfolgen des HC Milaninter und der legendären "Linea Piranesi" beteiligt war, ist im Alter von 89 Jahren verstorben.
Eine ära geht zu ende mit dem letzten der piranesi-linie
Branduardi, geboren am 28. August 1936, prägte eine Generation des italienischen Eishockeys. Gemeinsam mit Giancarlo Agazzi und Ernesto Crotti bildete er die gefürchtete Angriffsreihe, die als "Linea Piranesi" in die Geschichte einging. Diese Formation, benannt nach der Straße, in der sich das Mailänder Eisstadion befand, dominierte die Liga in den 50er und 60er Jahren und führte den HC Milaninter zu vier Meistertiteln. Seine Mutter arbeitete in einem Kühlhaus neben der Eisbahn, was seinen frühen Zugang zum Eishockey begünstigte.
Seine Karriere begann früh, zunächst beim HC Bocconi mit 14 Jahren, bevor er 1952-53 mit nur 16 Jahren zum Mailänder Rivalen HC Milaninter wechselte und dort schnell in der Serie A debütierte. Bereits ein Jahr später, im Alter von 17 Jahren, spielte er für die Nationalmannschaft und erzielte in einem Spiel gegen Österreich sein erstes Tor. Es war ein Treffer von Branduardi, der das entscheidende 6:5 für Italien besiegelte.
Die "Linea Piranesi" erlebte ihren ersten großen Erfolg auf internationaler Ebene bei den Olympischen Spielen 1956 in Cortina d'Ampezzo, wo Italien den siebten Platz belegte – das bis heute beste Ergebnis des Landes bei Olympischen Winterspielen im Eishockey. Die Linie wurde für die Spiele jedoch aufgebrochen, was sich als nachteilig erwies.
Branduardi, der von seinen Teamkollegen liebevoll "Brandina" genannt wurde, war bekannt für seine Spielintelligenz und seine Fähigkeit, auch unter Druck Tore zu erzielen. Er war ein Spieler, der immer alles gab, selbst neben seinem Beruf als Dreher.
Trotz verpasster Chancen bei den Olympischen Spielen in Squaw Valley 1960 und Grenoble 1968, aufgrund von Entscheidungen des italienischen Olympischen Komitees, blieb Branduardi bis 1968 ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft und nahm auch an den Spielen in Innsbruck 1964 teil. Er war bis zum Schluss ein gefährlicher Scorer und ein inspirierender Teamplayer.
Seine letzte Partie auf höchstem Niveau bestritt er 1968 in einem dramatischen Meisterschaftsspiel gegen Cortina, das mit 7:5 verloren ging. Eine Schulterverletzung zwang ihn, seine Karriere zu beenden. Doch auch danach blieb Branduardi dem Eishockey treu, als Trainer, Berater und leidenschaftlicher Fan. Er war stets präsent, um die nächste Generation zu unterstützen und zu inspirieren.
Er erlebte noch die Planung der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina. Einige Beobachter berichten, dass man neben ihm sogar die Geister seiner alten Weggefährten Agazzi und Crotti hätte sehen können. Ein passendes Ende für eine Legende, die das italienische Eishockey für immer geprägt hat. Der Verlust von Branduardi ist ein tiefer Einschnitt für die gesamte Eishockeygemeinschaft.
