Nagelsmann lehnt elfmeter-wechsel ab: schweizer sonderregel bleibt ungenutzt

Julian Nagelsmann hat die Schweizer Wechsel-Forderung abgelehnt. Elf Auswechslungen? „Kein Riesenfreund“ davon, sagt der Bundestrainer – und verzichtet damit auf ein Novum, das Murat Yakin sich für das Testspiel in Basel erhofft hatte.

Yakins wunsch, nagelsmanns verzicht

Die IFAB hatte Ende Februar die Wechselgrenze für Testspiele von sechs auf acht erhöht. Doch das reichte der Nati nicht. Yakin wollte alle Spieler testen, bat den DFB um Zustimmung zu elf Wechseln – und bekam sie. Nagelsmann stimmte zu, „weil es ein Wunsch aus der Schweiz war“. Doch er selbst wird das Kontingent nicht ausschöpfen. „Wenn du morgen mal Spieler sehen willst, ist es ratsam, das in einem Konstrukt zu tun, was funktioniert“, sagte er auf der Pressekonferenz. Kurz: Er will keine Pizza-Formation, sondern eine Mannschaft, die WM-Praxis bekommt.

Yakin dagegen kündigte an, seine elf Wechsel tatsächlich zu nutzen. Drei Wechselfenster plus Halbzeitpause – mehr erlaubt das Regelwerk nicht. Zeitspiel ist ausgeschlossen, Kontinuität auch. Für die Schweiz wird das Spiel zur Rotationsshow, für Deutschland zum Test der engsten Formation.

Die wm zählt, nicht das experiment

Die wm zählt, nicht das experiment

Für Nagelsmann zählt der Blick nach vorne. Im Sommer gilt wieder die Pflichtspiel-Regel: fünf Wechsel, eine weitere in der Verlängerung. Wer heute nicht in einem System spielt, das auch im K.o.-Spiel steht, bekommt dort keinen Platz. Deshalb wird es keine elf Einwechslungen geben, keine Sekunde Gleichbehandlung. „Ausgeschlossen“, sagt Nagelsmann – und meint damit auch die Hoffnung derer, die auf eine kurze WM-Visierung noch gewartet haben.

Basel wird damit zur Schaufensterpartie für die Schweiz, zur Feinjustage für Deutschland. Nagelsmann nimmt die Einladung an, aber nicht die Bedingungen. Er will keine Test-Anarchie, sondern eine Mannschaft, die sich einspielt. Yakin will Daten. Nagelsmann will Stabilität. Am Ende gewinnt nur einer – und es ist nicht der, der elfmal pfeift.