Nagelsmann holt sané zurück – hamann reagiert mit scharfer attacke
Julian Nagelsmann hat Leroy Sané trotz Gala-Bank und türkischem Zwischentief für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana nominiert. Dietmar Hamann explodiert. „Für mich unverständlich“, donnert der 59-malige Nationalspieler bei Sky und schleudht Namen von drei Konkurrenten durchs Studio: El Mala, Adeyemi, Beier – alle stünden vor Sané in der Reihe.

Die gala-realität, die niemanden kümmert
Sané saß im Achtelfinal-Hinspiel gegen Liverpool 90 Minuten auf der Bank, im Rückspiel durfte er nach dem 0:4 zur Pause rein. Das ist kein Form-Fehler, das ist ein Form-Desaster. Nagelsmann hatte nach dem Wechsel des Flügelflitzer nach Istanbul noch selbst gemurmelt, die türkische Liga liefe „nicht auf dem Niveau“ der Top-Fünf-Ligen. Jetzt schickt er ihn trotzdem ins WM-Rennen – und macht ihn damit zum lebenden Prüfstein für eigene Konsequenz.
Hamann spürt den Widerspruch. „Er hat natürlich jetzt die Chance, sich zu zeigen, und ist in der Pole Position“, sagt er mit einem Schnauben, das verrät: Das ist keine Prognose, das ist ein Spießrutenlauf. Denn der Bundestrainer hat mit dieser Nominierung die Tür zur Endauswahl weit aufgestoßen – für einen Spieler, der in den letzten 180 Champions-League-Minuten gerade mal 45 gespielt hat.
Die Zahl spricht lauter als alle Worte: 45 von 180. Das ist kein Rückstand, das ist eine Aussetzung. Und trotzdem hängt nun Sanés WM-Ticket am seidenen Faden, während El Mala, Adeyemi und Beier zu Hause bleiben müssen. Nagelsmann wettet auf einen Joker, der zuletzt kaum mehr war als ein Zuschauer. Ob das ein Meisterstreich oder ein Eigentor wird, entscheidet sich in den nächsten zehn Tagen – nicht in Istanbul, sondern auf dem Rasen von Basel und Kiel.
