Funkel schießt nach kwasniok-rauswurf: „manchmal ist weniger mehr“
Friedhelm Funkel nimmt den 1. FC Köln in Schutz – und liefert das Urteil, das in dieser Woche durch die Katakomben des RheinEnergieSTADIONs hallt: Lukas Kwasniok hat sich selbst zu viel zugemutet. Nach dem Rauswurf des 44-Jährigen meldet sich der Kult-Coach zu Wort und erklärt, warum die Trennung trotz „guter Spiele“ unausweichlich war.
„Zwei Siege aus 18 Partien reichen im Abstiegskampf einfach nicht“, sagt Funkel im RTL/ntv-Doppelinterview. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 16 Punkte aus 27 Spielen, Tabellenplatz 16, nur vier Zähler Vorsprung auf Relegation. „Die Mannschaft hat 80, 85 Prozent der Zeit ordentlich bis gut gespielt – nur eben ohne Ergebnis.“
„Ein spruch zuviel“ – funkel über kwasnioks kommunikationsstil
Kwasniok galt als Taktik-Fetischist, als Mann fürs große Wort. Genau das wurde ihm zum Verhängnis. „Er ist bekannt dafür, dass er den einen oder anderen mal anschnauzt“, so Funkel. „Das ‚ein oder andere‘ ist ihm vielleicht zu schnell rausgerutscht.“ In der Kabine habe der Coach zunehmend den Rückhalt verloren, in der Kurve ohnehin. „Weniger ist manchmal mehr – das hätte er sich merken sollen.“
Dennoch schiebt der 72-Jährige kein Dolchstoß-Narrativ hinterher. „Man kann ihm eigentlich nicht viel vorwerfen. Er hat gearbeitet, analysiert, sich reingekniet.“ Nur: Der FC lebt von Punkten, nicht von Ballbesitzwerten.

Retter wagner? funkel sieht köln am ende doch oben
Jetzt ist René Wagner an der Reihe, der Interimstrainer mit dem angeblichen guten Draht zur Mannschaft. „Die restlichen Spiele passen“, sagt Funkel und zählt runter: Mainz, Bochum, Bremen – alles direkte Konkurrenten. „Da kann der FC gewinnen, da muss er gewinnen.“ Funkels Prognose klingt wie ein Schwur: „Die Klasse halten sie hundertprozentig.“
Ein eigenes Comeback? „Kein Kontakt, keine Option.“ Funkel hat seinen Abschied 2021 bereits als Epilog markiert. „Es ist schon richtig, wie man sich jetzt entschieden hat.“ Die Botschaft ist klar: Der Club muss jetzt ohne Nostalgie durchs Feuer. Der neue Mann hat neun Spiele Zeit – und die Fan-Pyramide im Rücken. Schluss, aus, Abstieg verboten.
