Antropova: vom gegenspieler zur säule – italiens volleyball-neuanfang!
Rom, Italien – Ekaterina Antropova, die russische Angreiferin, die in den letzten Jahren die italienische Nationalmannschaft verstärkt hat, steht vor einer überraschenden Neuausrichtung. Vom Gegenspieler zu Egonu wird sie zur zentralen Säule im Angriff, ein strategischer Schachzug von Bundestrainer Julio Velasco, der Italien bei der bevorstehenden Europameisterschaft zum Titel führen soll. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung und wie wird sich Antropova in ihrer neuen Rolle behaupten?
Die wende in courmayeur: ein gespräch, das alles veränderte
Die Idee des Rollenwechsels kam während des prestigeträchtigen Courmayeur Cups im vergangenen September auf, kurz nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Velasco sprach Antropova an und fragte sie, ob sie sich vorstellen könne, als Außenangreiferin zu agieren. Ihre Antwort war eindeutig: „Absolut ja, wenn ich der Mannschaft helfen kann.“ Dieser Moment markierte den Beginn einer neuen Ära für die 27-Jährige.
Die Umstellung ist alles andere als einfach. „Ich muss mental arbeiten, weil ich sehr anspruchsvoll an mich selbst bin“, gesteht Antropova. „Als Außenangreiferin muss ich neue Bewegungen und Bereiche des Feldes berücksichtigen, die ich bisher ignoriert habe. Die Verteidigung in der Mitte des Feldes oder der Block auf der gegenüberliegenden Seite des Netzes – das alles erfordert Zeit und Anpassung.“
Ein Schlüsselmoment: Der entscheidende Block zum 9:7 im Tie-Break des WM-Finales gegen die Türkei bleibt eine schöne Erinnerung, doch Antropova betont, dass im Sport sowohl Siege als auch Niederlagen schnell vergessen werden müssen, um sich stetig zu verbessern.

Transfer nach istanbul: ein schritt zur persönlichen weiterentwicklung
Neben der Veränderung in der Nationalmannschaft steht für Antropova auch ein Wechsel in die türkische Liga an. Sie wird in Zukunft für Eczacibasi Istanbul spielen. „Ich wollte diese Veränderung“, erklärt sie. „Nach fünf Jahren bei Scandicci, wo ich mich sehr wohlgefühlt habe, ist es an der Zeit, neue Erfahrungen zu sammeln und mich weiterzuentwickeln. Zu lange an einem Ort zu verweilen, kann zu Stagnation führen.“
Die Abwesenheit von Monica De Gennaro, der langjährigen Spielmacherin, wird im Nationalteam spürbar sein. Antropova betont, dass De Gennaros Kommunikationsfähigkeit ihr bei der Anpassung an die neue Rolle sehr geholfen hätte.
Und was liest sie zur Reisebegleitung? Ein Buch, das sie tief berührt hat: „Stranieri come te“ der türkischen Schriftstellerin Ece Temelkuran. „Ich habe es auf dem Weg nach Mailand gelesen und dabei geweint“, gesteht Antropova. „Es handelt von der Bedeutung des Wortes ‚Fremder‘ und dem Gefühl, seine Heimat verlassen zu müssen. Es hat mir fehlende Puzzleteile geliefert.“
Die Europameisterschaft steht vor der Tür, und Antropova blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich möchte keine Ziele setzen, sondern mich auf den ersten Eindruck konzentrieren. Es wird fantastisch sein, wenn wir zusammen mit Paola Egonu harmonieren und für die Nationalmannschaft erfolgreich sein können.“
Die Zukunft des italienischen Volleyballs liegt in den Händen dieser talentierten Spielerinnen. Mit Antropovas Anpassungsfähigkeit und Velascos strategischem Geschick ist Italien bereit, um den europäischen Titel zu kämpfen – und vielleicht sogar um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028.
