Braida enthüllt: so knapp war der transfer von rijkaard!

Mailand – Hintergründe und Enthüllungen aus der goldenen Ära des AC Mailand: Der ehemalige Funktionär Ariedo Braida hat in einem Gespräch mit „Il Corriere della Sera“ pikante Details über Transferverhandlungen und die Ära unter Silvio Berlusconi und Adriano Galliani gelüftet. Besonders der Transfer von Frank Rijkaard sorgte für einen denkwürdigen Moment.

Galliani als mentor und förderer

Braida schildert, wie Adriano Galliani ihn unter seine Fittiche nahm und ihm die Möglichkeit gab, Teil eines Weltklasse-Clubs zu werden. „Er hat mir die Chance gegeben, bei einem Verein zu arbeiten, der über Jahre hinweg die Nummer eins der Welt war. Dafür bin ich ihm und Berlusconi stets dankbar“, so Braida.

Die finanzielle Stärke des Vereins wurde oft überbewertet, wie Braida betont. „Viele glauben, wir hätten die besten Spieler dank der Ressourcen des Präsidenten gekauft. Aber Kaká, Thiago Silva oder Pato kosteten damals durchaus normale Ablösesummen – Summen, die heute bei 200 Millionen Euro lägen.“

Ein großer Ruckmoment war die Verpflichtung von Carlo Ancelotti, die Braida als „vielleicht den schwierigsten Deal“ seiner Karriere bezeichnet. Er erinnert sich auch an einen schmerzlichen Abschied: „Der größte Schmerz war die verlorene Champions-League-Finale in Istanbul. Nach so vielen Jahren war eine Trennung zwar denkbar, aber dennoch schmerzhaft.“

Der verrückte rijkaard-transfer

Der verrückte rijkaard-transfer

Doch der wohl außergewöhnlichste Moment war der Transfer von Frank Rijkaard. Braida berichtet, dass die Fans versuchten, während der Vertragsverhandlungen mit Sporting Lissabon in das Stadion zu stürmen. „Wir mussten mit den unterzeichneten Papieren in der Hose fliehen – eine Szene, die man direkt aus einer Netflix-Serie hätte stammen können!“

Braida blickt zurück auf eine Zeit voller Stars wie Van Basten, Gullit, Sheva und Kaká. Er sagt: „Es wäre unfair, nur einen Spieler hervorzuheben. Aber die Zeit mit diesen außergewöhnlichen Persönlichkeiten war unvergesslich. Ich habe den AC Milan mit jeder Faser meines Seins geliebt und bin stolz darauf, einen Teil seiner Geschichte geschrieben zu haben.“

Die Erinnerung an Giuseppe Vialli bleibt ebenfalls schmerzlich. „Es schien alles festzustehen, aber dann entschied er sich doch, bei Sampdoria zu bleiben, weil es in Mailand keinen Strand gab“, bedauert Braida. Ein Detail, das zeigt, wie klein die Welt des Fußballs sein kann – und wie Entscheidungen manchmal von unerwarteten Faktoren abhängen.

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