Gasperini droht roma mit vorzeitigem abgang – ranieri-zoff spitzt sich zu

Gian Piero Gasperini hat die Kampfansage verpasst: Entweder die Roma stellt ihm sofort zusätzliches Transferbudget zur Verfügung, oder er packt schon vor 2028 die Koffer. Die Drohung kam am Samstagabend, kaum dass der Schiedsrichter gegen Atalanta den Pfiff versendet hatte. „Unsere Fans verdienen kein Theater“, giftelte der 66-Jährige und warf obendrein einen verächtlichen Seitenhieb Richtung Claudio Ranieri ein: „Setzt mich bitte nicht auf dieselbe Stufe – ich habe weder repliziert noch jemanden angegriffen.“

Tränen, tritt, trennung – die eskalation in trigoria

Die Szenerie war bezeichnend: Gasperini, sonst ein Meister der Contenance, trat die Tür des Pressezentrums in Trigoria so wütend auf, dass das Holz erzitterte. Minuten zuvor hatte er sich in der Mixed Zone die Tränen mit dem Ärmel weggewischt – ein Bild, das innerhalb kürzester Zeit durch die sozialen Netzwerke raste. Was wie pure Erschöpfung wirkte, war in Wahrheit ein Machtpoker. Hinter den Kulissen kursiert seit Tagen ein Budgetvolumen von geschätzten 35 Millionen Euro, das der Coach für Verstärkungen fordert, um die Champions-League-Plätze nicht erneut zu verpassen.

Die Vereinsführung um GM Tiago Pinto zögert. Gründe: das nach wie vor angespannte Financial-Fair-Play-Verfahren und die Tatsache, dass die Friedhofskasse der Roma durch die jüngsten Transfers von Abraham und Pellegrini bereits geschröpft wurde. Gasperini interessiert das herzlich wenig. Er will Garantien – und sei es auf Kosten seiner eigenen Zukunft.

Warum ranieri plötzlich ins fadenkreuz geriet

Warum ranieri plötzlich ins fadenkreuz geriet

Der Konflikt mit Ranieri entzündete sich an einer scheinbar harmlosen Bemerkung des Altmeisters, Roma brauche „ruhige Hand“ statt „Dauerfeuer“. Gasperini interpretierte das als Attacke auf seine Trainingsmethoden, in denen er die Spieler bis an die körperliche Grenze treibt. „Ich lasse mich nicht von jemandem belehren, der die letzten Jahre nur Rettungsmissionen geflogen ist“, zischte er in interner Runde. Seitdem ist der Krieg offen.

Die Fans sind gespalten: Die Curva Sud befürwortet mehr Mitsprache des erfahrenen Ranieri, während die neue Generation hinter Gasperinis High-Pressing-Philosophie steht. In der Stadt wird hitzig debattiert, wen man im Falle eines Falles vorzieht – den emotionsgeladenen Innovationstreiber oder den beschwichtigenden Vaterfiguren.

Der countdown läuft: noch 72 stunden bis zur entscheidung

Der countdown läuft: noch 72 stunden bis zur entscheidung

Dem Vernehmen nach hat Gasperini den Klubbossen eine Frist bis Mittwoch gesetzt, ihm schriftlich zusätzliche Mittel zuzusichern. Andernfalls werde er „die Konsequenzen ziehen“. In der Roma-Zentrale ist man in Alarmbereitschaft: Sollte der Coach vorzeitig gehen, droht eine Abfindung von rund acht Millionen Euro plus Nachfolgekosten. Namen wie Maurizio Sarri und Igor Tudor kursieren bereits in italienischen Zeitungen.

Die Mannschaft selbst reagiert mit gemischten Gefühlen. Einige Leistungsträger wie Paulo Dybala und Lorenzo Pellegrini schwören auf Gasperinis intensiven Stil, andere erhoffen sich durch einen Wechsel Entlastung. „Wenn der Trainer geht, müssen wir von neuem beginnen“, sagte Verteidiger Gianluca Mancini nach dem Atalanta-Spiel mit sichtbar angespannter Miene. „Und das mitten im Kampf um die Champions League.“

Gasperini selbst schweigt inzwischen. Er hat gesagt, was er zu sagen hatte. Nun liegt der Ball bei den Friedkin-Zaren. Entweder sie eröffnen die Kasse – oder sie riskieren, dass der 66-Jährige seine Drohung wahr macht und die Roma vor einem weiteren Umbruch steht. Die Uhr tickt. Die Stadt hält den Atem an. Und die Serie A verliert möglicherweise einen ihrer letzten charismatischen Querdenker.