Genoni versinkt: ev zug steht vor dem sweep-debakel

Leonardo Genoni, einst Playoff-Granit, ist jetzt ein Riss im Fundament. 88,7 % Fangquote, vier von acht Schüssen gestern Abend – die Zahlen klingen nach Mittelfeld, sind für ihn ein K.o. Der EV Zug liegt 0:3 gegen Davos, und die Saison rutscht ihm durch die Handschuhe.

Die statistik lügt nicht – und genoni schon gar nicht mehr

2021 hieß er noch »Mauer von Zug«, 95,3 % im Tor, danach 93,6 %, 93,4 %, 93,3 %. Drei Jahre lang spielte er die Playoffs allein. Jetzt sackt die Kurve ab wie ein schweres Zugunglück: 88,2 %, 88,7 %. Zwei Jahre, zwei Viertelfinal-Ausscheidungen, dieselbe krachende Antwort auf die Frage, ob der EVZ ohne Genoni-Exzess überleben kann.

Dienstag, 32. Minute, Davos führt 4:1, Zug-Coach Dan Tangnes zieht den Reißverschluss. Genoni stapft zur Bank, Schultern nach vorn, Blick wie ein Fenster, das man zugemacht hat. Die Halle kocht nicht, sie flüstert. Die Erkenntnis: Selbst Olympiasieger altern, wenn die Abwehr Lücken reißt wie altes Papier.

Die Defensive ist kein Vorwand, sie ist ein Faktum. Zug kassierte in drei Spielen 14 Gegentore – elf beim ersten Angriff, drei in Überzahl. Trotzdem: Ein überragender Genoni hätte zwei, drei davon gestohlen, so wie früher. Stattdessen flattert ein Handgelenkschuss durch die Schoner, ein Wrap-around kullert langsam über die Linie. Kleine Szenen, große Symbolik.

Die serie droht zum déjà-vu zu werden

Die serie droht zum déjà-vu zu werden

Vor zwölf Monaten endete die Saison nach vier Niederlagen gegen denselben Gegner. Damals schon 88,2 %, damals schon das Gefühl, dass sich ein Mythos auflöst wie Eis in Frühlingsregen. Nun steht Sweep Nummer zwei vor der Tür, und niemand in der Bossard Arena wagt zu lachen.

Die Play-In-Spiele täuschten. Gegen Rapperswil zeigte Genoni noch 92,86 %, das Laken war weiß, das Selbstvertrauen intakt. Drei Tage später schlägt die Uhr zwölf, und die Kurve fällt in den Keller. Eine Saison kann sich in einer Woche entzaubern.

Übrig bleibt ein 38-Jähriger, der noch immer schnell ist, noch immer lächelt – aber nicht mehr rettet. Der EV Zug braucht keinen Titanen, er braucht einen Wundermann. Genoni kann ihn nicht mehr sein. Die Zahlen sprechen, das Eis schweigt. Wenn am Freitag nicht ein x-faches Wunder passiert, fliegt Zug aus den Playoffs, und Genoni fliegt mit – vielleicht für immer.