Genoa ohne baldanzi: de rossi setzt auf brasilianische magie
Daniele De Rossi ist kein Typ, der sich mit dem Nötigsten zufriedengibt. Nicht mal dann, wenn es um den nackten Klassenerhalt geht. Der Ausfall von Tommaso Baldanzi zwingt ihn zwar zur Umplanung vor dem Heimspiel gegen die Roma am Sonntag – aber das Grundprinzip bleibt unangetastet: Qualität im Mittelfeld, Kreativität auf dem Platz, kein Rückzug in die Mittelmäßigkeit.
Malinovskyi und frendrup bleiben gesetzt
Das Herzstück der Genoaner Zentrale steht fest. Ruslan Malinovskyi und Morton Frendrup sind für De Rossi unantastbar – der Ukrainer mit seinen technischen Glanzlichtern, der Däne mit seiner unermüdlichen Arbeit gegen den Ball. Die Frage ist nur: Wer füllt den Platz, den Baldanzi beim ersten Startelf-Einsatz bereits mit Selbstverständlichkeit besetzt hatte?
Zwei Namen stehen ganz oben auf der Liste. Junior Messias ist die konkretere Option. Der Brasilianer ist in einer bemerkenswerten Form – seit Ende Januar traf er zweimal, beide Male in der Schlussphase. Das ist kein Zufall. De Rossi hat ein Gespür dafür entwickelt, wie man Messias schont und trotzdem aus ihm herausholt, was er hat. Weniger Belastung im Training, dafür mehr Präzision im Kopf, wenn es darauf ankommt.

Der messias-faktor: waffe oder risiko?
Hier liegt der Knackpunkt. Wenn Messias von Beginn an spielt, steigt das Verletzungsrisiko – und De Rossi verliert seinen gefährlichsten Joker für die zweite Halbzeit. Der Mann, der ab der 60. Minute das Spiel kippen kann, egal wie der Spielstand ist. Gerade in einer Tabellensituation, die noch immer auf Messers Schneide balanciert, ist das kein kleines Opfer.
Die Alternative heißt Amorim. Der junge Brasilianer, im Januar vom portugiesischen Klub Alverca geholt, klettert in der Hierarchie schneller nach oben, als viele erwartet hatten. De Rossi sieht in ihm keinen simplen Sechser, sondern einen echten Achter – einen Spieler mit der taktischen Intelligenz, Überzahlsituationen zu lesen, bevor sie entstehen. Der Trainer beschleunigt seine Eingewöhnung in die Feinheiten des italienischen Fußballs. Und was er bisher gesehen hat, gefällt ihm.

Der schatten der gelben karten
Es gibt noch einen Faktor, der die Aufstellung beeinflusst und über den kaum jemand spricht: Masini, Malinovskyi und Marcandalli stehen alle auf der Kippe. Noch eine Gelbe Karte, und sie fehlen beim nächsten Spiel. Nach der Roma wartet Verona, danach Udinese – zwei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Wer jetzt leichtfertig eine Sperre riskiert, zahlt möglicherweise einen viel höheren Preis.
De Rossi hat also noch zwei volle Trainingseinheiten plus die Abschlusseinheit, um seine Entscheidung zu treffen. Vor ausverkauftem Ferraris mit 32.000 Fans im Rücken ist Defensivfußball keine Option. Nicht für einen Trainer, der Mittelmäßigkeit schlicht nicht kennt.
