Gegen ghana wird nagelsmanns feuerprobe vor dem wm-endspurt
Um 20:45 Uhr erwartet die MHP Arena 60 000 Fans, die wissen wollen, ob Julian Nagelsmanns Lauf tatsächlich so glänzend ist wie der 4:3-Sieg gegen die Schweiz glauben macht. Ghana ist angeschossen, doch genau das macht die Schwarzen Stars gefährlich.

Florian wirtz spielt sich warm, die abwehr schwitzt
Der 22-Jährige lieferte in Basel eine Vorstellung ab, die an Messi erinnerte: zwei Treffer, zwei Assists, 13 gelungene Dribblings. Doch hinter dem Rausch lauert ein Problem. Die Viererkette um Rüdiger und Anton kassierte in den letzten drei Spielen sieben Gegentore. Nagelsmann testet heute Lennart Karl, 19, Innenverteidiger aus der U 21, der mit 1,94 m endlich Ruhe in den Sechzehner bringen soll. Die Frage ist nicht, ob Karl spielt, sondern wie lange er braucht, um Kroos' Temposchalter zu verstehen.
Otto Addo reiste mit gerade einmal 16 Feldspielern an, nachdem Österreich seine Mannschaft 5:1 demolieren ließ. Mohammed Kudus flog einmal um den Globus, um rechtzeitig anzutreffen; West Ham zog dagegen Iñaki Williams vor dem Länderspiel noch eine Woche raus, um keine Reiseflughöhe zu riskieren. Der Baske will die deutschen Innenverteidiger mit Tempo in die Tiefe hetzen, Kudus zieht dabei die Zentrale auf. 2014 klappte das bis zum 2:2, damals war Gyan noch dabei; heute ist der Ex-Stürmer Co-Trainer und erinnert seine Kollegen daran, dass Deutschland auch mal wackelt, wenn früh gepresst wird.
Die Statistik spricht für die Hausherren: seit 1994 blieben die DFB-Elf in 16 Freundschaftsspielen ungeschlagen, wenn sie zuvor einen Sieg einfuhr. Doch genau diese Zahlen tauschen. Die letzten beiden WM-Vorbereitungen endeten gegen Japan und Nordmazedonien mit blauen Augen. Deshalb testet Nagelsmann heute auch Pascal Groß als Sechser, der in Brighton 83 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnt und Kroos den Part abnimmt, wenn Ghana um Mitternachtsstunde noch voll aufdreht.
Für Fans ohne Ticket bleibt nur die UEFA.tv-App, die Partie kostenlos in Echtzeit streamt. Wer kein Englisch mag, schaltet parallel unser Liveticker ein, in dem wir jede Hereingabe von Raumdeuter Wirtz sekundengenau aufschlüsseln. Anstoß 20:45 Uhr, 180 Sekunden später wissen wir, ob Karl die erste Grätsche sitzt oder Kudus direkt durch die Mitte donnert.
Die WM ist in 67 Tagen. Die Zeit rennt. Und Ghana hat nichts zu verlieren – außer vielleicht den Respekt vor einer deutschen Mannschaft, die noch nicht gelernt hat, wie man hinten dichtmacht.
