Gc stürzt sich nach blitz-entlassung direkt ins schicksalsspiel
Ein Trainer raus, ein Däne wieder dabei – und ein ganzes Saison-Drama auf dem Rasen. Die Grasshoppers reisen nach Genf, um gegen Servette den ersten Befreiungsschlag nach der Trennung von Gerald Scheiblehner zu landen. Ob ihnen das gelingt, hängt auch von Jonathan Asp Jensen ab.
Interimscoach messner hat 72 stunden, um das team wieder flottzukriegen
Gernot Messner kannte die U21, aber die Profi-Kabine ist ein anderes Kaliber. Der Österreicher übernahm am Dienstagmorgen, am Sonntagabend steht er schon an der Seitenlinie des Stade de Genève. Drei Trainingseinheiten, ein Videoabend, ein paar klare Worte – mehr Zeit bleibt nicht, um die Köpfe neu zu justieren. Die Spieler haben verstanden: Wer jetzt tief durchatmet, rutscht in die Relegation.
Die Statistik ist gnadenlos. Seit acht Auswärtsspielen wartet GC auf einen Sieg, die letzten drei Partien endeten mit nur einem erzielten Treffer. Genau hier setzt die Rückkehr von Jonathan Asp Jensen an. Der 20-jährige Leihspieler aus München fehlte gegen Thun – und mit ihm die einzige Idee im letzten Drittel. Seine Drehungen zwischen den Linien, das unangenehme Gegenpressing, die frühen Flanken: alles weg. Servette wird ihn mit Doppeldeckung begrüßen, doch schon die bloße Anwesenheit lockt Räume auf.

Frey und asp jensen – zwei rückkehrer, eine devise
Neben dem Dänen kehrt auch Michael Frey zurück. Der Stürmer saß gegen Thun wegen fünfter Gelber Karte draußen, spuckt aber schon wieder Feuer. In der Kabine sagte er: „Wenn wir in Genève nichts mitnehmen, schauen wir beim letzten Spiel schon in die Röhre.“ Frey traf in dieser Saison bereits achtmal, fünf davon auswärts. Sein Torquotient entscheidet mit über das weitere Schicksal des Klubs.
Die Zahlen sind brutal: Bei einer Niederlage könnte GC auf Relegationsplatz rutschen, sollten Konkurrent Lausanne und Luzern punkten. Der Verein spielt also nicht nur gegen Servette, sondern auch gegen die Uhr. Die Letzten fünf Partien brachten magere zwei Zähler – ein Schnitt, der in der Super League seit Jahren den Abstieg bedeutet.
Trotzdem herrscht in der Hintermannschaft keine Panik. Torhüter Rønnow stellte diese Woche einen einfachen Vergleich an: „Wir sind das Flugzeug, das in Turbulenzen gerät. Die Maschine ist nicht kaputt, wir müssen nur wieder auf gleiche Flughöhe kommen.“ Ein Satz, der in den Whatsapp-Gruppen der Fans tausendfach geteilt wurde. Ob die Metapher am Sonntag Realität wird, entscheidet sich zwischen Minute eins und 90 plus drei.
Kurz vor Abflug nach Genf gab es noch ein Detail, das viele übersehen: Die Young Boys haben Meister St. Gallen am Samstag bereits gefordert. Sollten die Genfer punkten, würden sie den Titel perfekt machen – und vor eigenem Publikum feiern. Servette also hochmotiviert, GC unter Zugzwang. Ein klassisches lose-lose für die Zürcher, wenn sie nicht endlich ihren Kampfcharakter zeigen.
Die Fans haben ihre Tickets längst gebucht, 1.600 werden erwartet. Sie singen „Hoppers, Hoppers“ bis zur Nordkurve leer ist. Die Spieler wissen: Wer jetzt noch tanzt, muss im Mai in der Relegation zittern. Die Devise lautet deshalb: 90 Minuten intensives Lebenszeichen, dann sehen wir weiter. Der Abstiegskampf ist kein Marathon mehr, sondern ein Sprint über drei Spieltage. GC muss heute die Weichen stellen – sonst wird es sehr still um den Rekordmeister.
