Wild wings schlagen zurück und zwingen wolfsburg in die endphase
Die Schwenninger Wild Wings haben die Reihen wieder gerade gebogen. Nach dem verpatzten Auftakt in Niedersachsen flogen sie im eigenen Eis zu Beginn des zweiten Playoff-Spiels wie ein Schwarm Hornissen heraus und bohrten in wenigen Minuten Löcher in die Wolfsburger Deckung. Mit 5:1 schickten sie die Grizzlys nach Hause und buchten am Sonntag die Rückfahrkarte nach Wolfsburg.
Ein blitzstart, der die arena erbeben ließ
Schon nach 101 Sekunden knallte Alexander Karachun den Gummi zum 1:0 in den Winkel. 120 Sekunden später folgte Kyle Platzer im Powerplay nach – 2:0, und die Halle schrie sich in einen Tobsuchtswahn. Die Doppelschlag-Kombination war kein Zufall, sondern Folge eines klaren Plans: früh drücken, Lücken suchen, Kapitän Thomas Larkin vorne mitmischen. Die Grizzlys fanden kein Mittel, die schwarz-grüne Wand zu durchbrechen.
Im Mitteldrittel schraubten die Gastgeber den Zünder weiter nach oben. Tyson Spink verwertete Boaz Bassens Vorarbeit zum 3:0, ehe Eric Martinsson aus dem Stand zur 4:0-Vorentscheidung abzog. Die einzige Wolfsburger Antwort kam prompt von Gemel Smith, doch Philip Feist besorgte mit seinem ersten Playoff-Tor überhaupt den 5:1-Endstand. Dustin Strahlmeier, einst selbst zwischen den Pfosten in Schwenningen, wurde nach 40 Minuten ausgewechselt – symbolisch für einen Abend, auf dem nichts zusammenlief bei den Grizzlys.

Das sturm- und drang-drittel gehört den gastgebern
Im Schlussabschnitt war die Luft raus aus der Wolfsburger Offensive. Joacim Eriksson hämmerte jeden Schuss weg, die Defensive stand wie ein Fels. Als Jordan Szwarz und Alexander Karachun erneut auftauchten, rettete Ersatzkeeper Hannibal Weitzmann in höchster Not. Doch das 6:1 blieb aus, und so reisten die Wild Wings mit breiter Brust in die Autostadt, wo am Sonntag um 16:30 Uhr das Winner-Takes-All-Spiel steigt.
Die Statistik spricht eine klare Sprache: Dreimal trafen die Wild Wings in Überzahl, zweimal nutzten sie frühe Ballgewinne eiskalt aus. Die Grizzlys dagegen verwarfen ihre Großchancen, unterliefen sich mit Strafen und verloren 28 von 46 Bullys. Kleine Zahlen, große Wirkung. Wenn Schwenningen dieses Muster in Wolfsburg wiederholen kann, steht der Viertelfinal-Einzug plötzlich nicht mehr nur auf dem Papier.
Für Steve Walker und seine Mannschaft ist die Mission klar: 60 weitere Minuten Vollgas, keine Rückwärtsgang-Sequenz, keine Sekunde nachlassen. Die Fans haben bereits ihre Bustickets gebucht, die Stadt schmückt sich mit schwarz-grünen Fahnen. Es ist der Tag der Tage für einen Klub, der seit Jahren um Anerkennung ringt. Entweder sie schreiben Geschichte – oder sie packen die Sticks ein.
