Fynn menne bleibt der hsg varel treu – comeback nach schulter-op
Die HSG Varel verlängert frühzeitig mit Fynn Menne – und das, obwohl der Rückraumspieler seit Spieltag eins auf der Reha-Piste hockt. Die Botschaft des Clubs ist klar: Verletzt oder nicht, Menne ist Teil der Zukunft, Vertrag bis 2027 unterschrieben.
Warum varel auf einen kranken spieler setzt
Christoph Deters, Geschäftsführer der HSG, erklärt die Entscheidung mit einer Lücke im Spielsystem. „Mo Sibahidominiert mit Tempo und Durchbrüchen, Fynn denkt in Strukturen und Pausen. Diese unterschiedlichen Impulse brauchen wir, um in der 3. Liga Nord-West konstant zu punkten.“ Die Schulter-Operation nach dem ersten Saisonspiel war unvermeidbar, die Reha läuft laut Klub „auf Plan“, ein Krafttest bereits bestanden.
Menne selbst gibt sich kampfbereit. „Ich bin angehender Lehrer, kenne die Bedeutung von Geduld, aber der Blick auf die Pfeilerhalle brennt. Der Aufstieg war der erste große Schritt, jetzt will ich mithelfen, dass Varel dort bleibt.“

Vom handballinternat zur b-jugend-trainerbank
Seine Vita liest sich wie ein Handball-Lehrbuch: HG Jever/Schortens, JSG Wilhelmshaven, Internat in Hildesheim, Stationen in Altjührden und Aurich. Die Schulter bremste ihn öfter, seine Spielintelligenz aber nie. Während der Pause coacht er die B-Jugend der HSG und sichert so Einblick und Dauerkontakt ins Proficamp.
Die Zahlen sprechen für das Risiko: In der vergangenen Saison lagen Varels Spiele mit Menne im Kader bei 2,3 Toren mehr pro Begegnung – ein kleiner, aber entscheidender Zusatz, wenn es um Klassenkampf geht.
Die Verlängerung über drei weitere Jahre ist deshalb kein Akt der Nächstenliebe, sondern eine klare Wette auf Stabilität. Denn wer in der dritthöchsten Spielklasse überleben will, braucht neben Athletik vor allem Köpfe, die auch mal aussetzen können. Menne kann das – sobald seine Schulter wieder mitspielt.
