Fußball wird zur lektion: italienisches projekt setzt auf respekt und vielfalt
Ein ungewöhnlicher Ansatz im italienischen Fußball: Die Stiftung Candido Cannavò hat das Bildungsprogramm ‘Equal Play’ ins Leben gerufen, um über das Spielfeld hinaus Werte wie Fairness, Respekt und Akzeptanz zu vermitteln. Das Projekt, unterstützt von regionalen und nationalen Institutionen, nutzt die Dynamik des Fußballs, um tiefgreifende gesellschaftliche Themen anzugehen – ein mutiger Schritt, der das Potenzial hat, eine ganze Generation zu prägen.

Erste erfolge in padua: u.s. arcella geht mit gutem beispiel voran
Die Calcio U.S. Arcella, ein Traditionsverein aus Padua mit einer langen Geschichte der Förderung ethischer Werte, ist der erste Verein, der den ‘Equal Play’-Pakt unterzeichnet hat. Seit 1922 fest verwurzelt im Stadtteil, engagiert sich der Verein stark im Nachwuchsbereich und hat ein eigenes Verhaltenskodex für Spieler, Trainer und Verantwortliche. Die Zusammenarbeit mit dem Gruppo Polis und der Universität Padua ist daher eine logische Konsequenz. Vier Jugendgruppen zwischen sechs und zwölf Jahren wurden bereits in das Projekt eingebunden, wobei ein pädagogisches Modell der Professorin Ines Testoni von der Universität Padua zum Einsatz kam. Dieses Modell nutzt Spiel und künstlerischen Ausdruck, um den Kindern den Respekt voreinander und die Wertschätzung von Unterschieden zu vermitteln.
Die Übergabe von zehn Bällen und elf Trikots symbolisiert dabei mehr als nur neue Ausrüstung: Es ist ein Versprechen, die Werte von ‘Equal Play’ aktiv zu leben und auf dem Spielfeld zu verkörpern. Alberto Lo Verro, Verantwortlicher für den Jugendbereich, Walter Bellucco und Giacomo Peron, die Trainer, stehen hinter dieser Initiative und setzen sich für eine inklusive und respektvolle Sportkultur ein.
‘Equal Play’ ist dabei nicht nur ein Programm für junge Spieler, sondern richtet sich an die gesamte Gemeinschaft – Jugendliche, Trainer, Familien und Verantwortliche. Durch gezielte Workshops und Materialien sollen alle an der Schaffung einer positiven und wertschätzenden Sportumgebung beteiligt werden. Der Pakt, den Fußballvereine unterzeichnen können, ist ein klarer Bekenntnis zu diesen Werten.
Das Projekt ist ein erster Schritt auf einem Weg, der immer mehr Sportvereine im gesamten Land einbeziehen soll. Denn die Veränderung der Sportkultur beginnt nicht in den obersten Ligen, sondern auf den lokalen Plätzen, in den Jugendmannschaften, wo die Grundlagen für eine bessere Zukunft gelegt werden. Die Initiative zeigt, dass Fußball mehr sein kann als nur ein Spiel – er kann ein Instrument für Bildung und gesellschaftlichen Wandel sein.
Wer mehr über ‘Equal Play’ erfahren und das Projekt unterstützen möchte, findet weitere Informationen auf www.equalplay.it. Dort können Interessierte den Pakt herunterladen und sich der wachsenden Gemeinschaft von Vereinen anschließen, die den Sport als Werkzeug für eine gerechtere und bewusstere Gesellschaft sehen.
